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Drei Meistergürtel auf einem Podest im Scheinwerferlicht, Konfetti (mit AI erstelltes Bild)
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Magazin · Titelträger

Deutsche Boxweltmeister: Wer die großen vier Titel hielt

Von Max Schmeling bis Agit Kabayel: Welche Deutschen bei WBA, WBC, IBF und WBO Weltmeister waren, mit Gewichtsklasse und Zeitraum, geordnet nach Epochen.

Stand 08.10.2026Redaktion boxwetten.de

Deutsche Boxweltmeister: was zählt

Wer ist ein deutscher Boxweltmeister? Wir zählen hier Titelträger der vier großen Verbände WBA, WBC, IBF und WBO. Max Schmelings frühe Titel bei NYSAC und NBA erzählen wir separat; sie stehen nicht in den Listen unten. Daneben gibt es eine ganze Reihe kleinerer Organisationen, deren Weltmeistertitel in Listen auftauchen, aber sportlich weniger Gewicht haben.

Die Zahlen unten beruhen auf einer Liste der Boxweltmeister aus Deutschland, ergänzt um drei jüngere Titelträger aus Nachrichtenquellen. Nicht enthalten sind jüngere Titel, die die Quellenliste nicht führt, etwa Nina Meinke (IBF, Federgewicht) und Abass Baraou (WBA, Halbmittelgewicht). Die Liste ist nicht tagesaktuell, und mehrere Zeilen betreffen einzelne Kämpfe. Ein Boxer kann mehrfach erscheinen, wenn mehrere Verbände seinen Titel anerkannten. Die Angaben sind Zeilen, nicht Personen.

Hände eines Boxers werden in der Kabine mit weißem Tape bandagiert (mit AI erstelltes Bild)
AIMit AI erstelltes Bild
Vor jedem Titelkampf: Bandagen werden gewickelt.

Große vier und kleinere Verbände

Die vier großen Verbände sind WBA (gegründet 1921 als NBA, seit 1962 WBA), WBC (1963), IBF (1983) und WBO (1988). Wenn in der Öffentlichkeit von „Weltmeistern“ die Rede ist, sind meist diese Verbände gemeint. Mehr zu ihnen auf der Seite Weltverbände.

Die vier großen Verbände
  1. 01
    1921NBA

    Seit 1962 unter dem Namen WBA.

  2. 02
    1963WBC

    World Boxing Council.

  3. 03
    1983IBF

    International Boxing Federation.

  4. 04
    1988WBO

    World Boxing Organization.

Gründungsjahre wie oben, mehr bei den Weltverbänden.

Kleinere Organisationen sind unter anderem WIBF, GBU, GBC, WBF, WIBA, WBU, IBO, UBF und WAA. Ihre Titel führen wir hier nicht auf. Ein Beispiel: Marco Huck war von 2009 bis 2015 WBO-Weltmeister im Cruisergewicht (Zeile 29.08.2009 bis 14.08.2015) und hielt 2016 bis 2017 den IBO-Titel, den wir nicht mitzählen. Regina Halmich wiederum hielt Titel der WIBF und gehört dennoch zu den bekanntesten deutschen Boxerinnen. Ihr Platz in der Geschichte ergibt sich aus ihrer Karriere, nicht aus einer Titelliste: Regina Halmich.

Der Anfang: Max Schmeling

Max Schmeling war von 12.06.1930 bis 21.06.1932 Weltmeister im Schwergewicht, anerkannt von NYSAC und NBA. Diese Verbände gehören nicht zu den heutigen vier, deshalb steht er nicht in den Listen unten. Seine Geschichte erzählt die Legendenseite.

Eine kurze Geschichte der deutschen Titelträger

Die Anfänge: Max Schmeling
  1. 12.06.1930
    Weltmeister

    Yankee Stadium, New York: Jack Sharkey wird in Runde 4 disqualifiziert. Der einzige Schwergewichtstitel, der durch ein Foul entschieden wurde.

  2. 21.06.1932
    Titelverlust

    In der Revanche gegen Sharkey nach Punkten.

  3. 19.06.1936
    Sieg über Joe Louis

    K.o. in Runde 12.

  4. 22.06.1938
    Revanche verloren

    Gegen Louis nach 124 Sekunden.

  5. 31.10.1948
    Letzter Profikampf

    Das Ende der Karriere.

Alle Daten wie oben, anerkannt von NYSAC und NBA.

Gesichter der deutschen Titelgeschichte

Die Nachkriegsjahrzehnte. Danach dauerte es lange bis zu den nächsten Namen in der Liste der heutigen großen Verbände: Eckhard Dagge war 1976 bis 1977 WBC-Weltmeister im Halbmittelgewicht, Graciano Rocchigiani 1988 bis 1989 IBF-Weltmeister im Supermittelgewicht.

Der Boom der 1990er. Mit Henry Maske (Olympiasieger 1988 für die DDR, IBF-Weltmeister im Halbschwergewicht vom 20.03.1993 bis 23.11.1996) wurde Boxen zum Massenereignis im Fernsehen. Seinen Kampf gegen Graciano Rocchigiani am 14.10.1995 verfolgten Millionen Menschen bei RTL. Mehr zur Sendergeschichte steht im Beitrag Boxen im TV. Parallel dominierten Dariusz Michalczewski (WBO, 1994 bis 2003) und Sven Ottke (IBF, 1998 bis 2004) ihre Gewichtsklassen.

Die 2000er und frühen 2010er. Die Liste wird dichter: Felix Sturm, Arthur Abraham, Markus Beyer, Jürgen Brähmer, Robert Stieglitz und Marco Huck hielten Titel bei WBA, WBC, IBF oder WBO. Huck verteidigte seinen WBO-Gürtel im Cruisergewicht 13-mal in Folge und teilt sich diesen Rekord mit Johnny Nelson. Sturm war nach seinem Sieg gegen Darren Barker im Dezember 2013 der erste vierfache deutsche Weltmeister. Er beendete seine Karriere mit einer Niederlage gegen Granit Stein am 11.07.2026.

Die Gegenwart. Seit Tyron Zeuge (WBA, 2016 bis 2018) gibt es in der Liste nur noch drei Männer (Stand der Liste; Abass Baraou, WBA 2025, steht dort nicht): Vincenzo Gualtieri (IBF-Mittelgewicht, 07.2023), Noel Mikaelian (WBC-Cruisergewicht, zuletzt vom 13.12.2025 bis 14.09.2026) und Agit Kabayel. Kabayel gewann seinen Titel nicht im Ring, der WBC ernannte ihn. Die Zuordnung der einzelnen Titelträger zu ihren Promotern können wir aus unseren Quellen nicht belegen und lassen sie deshalb weg. Belegt ist nur der Fernsehrahmen: Das ZDF zeigte von 2002 bis 2010 die Kämpfe von Universum, die ARD zeigte bis Ende 2014 Kämpfe von Sauerland Event.

Männer nach Epochen

Die Kacheln zeigen Männer mit einem Titel bei WBA, WBC, IBF oder WBO. Zeiträume stammen aus der Liste, einzelne Zeilen mit nur einem Datum betreffen einen einzelnen Kampf.

Bis 1989

Titelträger bis 1989
WBC · Halbmittelgewicht
Eckhard Dagge, 18.06.1976 bis 06.08.1977
IBF · Supermittelgewicht
Graciano Rocchigiani, 11.03.1988 bis 22.09.1989

Zeiträume aus der Liste.

1990er

Titelträger der 1990er
  1. 01
    WBO · CruisergewichtMarkus Bott

    13.02.1993 bis 26.06.1993

  2. 02
    IBF · HalbschwergewichtHenry Maske

    20.03.1993 bis 23.11.1996

  3. 03
    WBO · HalbschwergewichtDariusz Michalczewski

    10.09.1994 bis 18.10.2003

  4. 04
    WBO · CruisergewichtRalf Rocchigiani

    10.06.1995 bis 14.10.1997

  5. 05
    IBF/WBA · HalbschwergewichtDariusz Michalczewski

    13.06.1997

  6. 06
    WBC · HalbschwergewichtGraciano Rocchigiani

    21.03.1998

  7. 07
    IBF · SupermittelgewichtSven Ottke

    24.10.1998 bis 27.03.2004

  8. 08
    WBO · MittelgewichtBert Schenk

    30.01.1999 bis 17.07.1999

  9. 09
    WBC · SupermittelgewichtMarkus Beyer

    23.10.1999 bis 06.05.2000

Zeilen mit nur einem Datum betreffen einen einzelnen Kampf.

2000er

Titelträger der 2000er

WBO · WBA · MittelgewichtFelix Sturm

WBO 09.2003 bis 05.06.2004. WBA 11.03.2006 bis 15.07.2006 und 28.04.2007 bis 01.09.2012

WBA · SupermittelgewichtSven Ottke

15.03.2003 bis 27.03.2004

WBC · SupermittelgewichtMarkus Beyer

05.04.2003 bis 05.06.2004 und 10.09.2004 bis 14.10.2006

IBF · MittelgewichtArthur Abraham

10.12.2005 bis 27.06.2009

WBA · CruisergewichtFirat Arslan

24.11.2007 bis 27.09.2008

WBO · HalbschwergewichtJürgen Brähmer

22.08.2009 bis 19.05.2011

WBO · SupermittelgewichtRobert Stieglitz

22.08.2009 bis 25.08.2012

WBO · CruisergewichtMarco Huck

29.08.2009 bis 14.08.2015

IBF · MittelgewichtSebastian Sylvester

19.09.2009 bis 07.05.2011

WBA · SupermittelgewichtDimitri Sartison

21.11.2009 bis 30.07.2011

Mehrere Zeilen desselben Boxers in einer Kachel zusammengefasst.

2010er

Titelträger der 2010er

WBC · SuperfedergewichtVitali Tajbert

22.05.2010 bis 26.11.2010

WBC · MittelgewichtSebastian Zbik

18.01.2011 bis 04.06.2011

WBO · SupermittelgewichtArthur Abraham

25.08.2012 bis 23.03.2013 und 01.03.2014 bis 09.04.2016

WBO · SupermittelgewichtRobert Stieglitz

23.03.2013 bis 01.03.2014

IBF · MittelgewichtFelix Sturm

07.12.2013 bis 31.05.2014

WBA · HalbschwergewichtJürgen Brähmer

14.12.2013 bis 01.10.2016

WBA · SupermittelgewichtFelix Sturm

20.02.2016

WBA · HalbmittelgewichtJack Culcay-Keth

09.04.2016 bis 11.03.2017

WBA · SupermittelgewichtTyron Zeuge

05.11.2016 bis 14.07.2018

Zeilen mit nur einem Datum betreffen einen einzelnen Kampf. Mehrere Zeilen desselben Boxers im selben Verband in einer Kachel zusammengefasst.

Ab 2020

Titelträger ab 2020
IBFVincenzo GualtieriMittelgewicht, seit 07.2023
WBCNoel MikaelianCruisergewicht, 2023 bis 2025 und 13.12.2025 bis 14.09.2026
WBCAgit KabayelSchwergewicht, seit 27.06.2026

Auffällig ist, dass die Liste kaum Schwergewichtler enthält: Zwischen Schmeling und Kabayel führt sie keinen. Die meisten Einträge stammen aus Halbschwer- bis Mittelgewicht, im Cruisergewicht stehen Bott, Ralf Rocchigiani, Arslan und Huck. Wichtige Namen haben eigene Seiten: Henry Maske, Felix Sturm und Marco Huck.

Die langen Titelzeiträume

Dariusz Michalczewski1994 bis 2003WBO, Halbschwergewicht
Ramona Kühne2010 bis 2017WBO, Superfedergewicht
Marco Huck2009 bis 2015WBO, Cruisergewicht
Sven Ottke1998 bis 2004IBF, Supermittelgewicht
Felix Sturm2007 bis 2012WBA, Mittelgewicht

Die Balkenlänge entspricht der Dauer zwischen den genauen Daten, die in den Kacheln stehen.

Frauen

Die Kacheln nennen Titelträgerinnen der großen vier. Bei Christina Hammer stehen mehrere Kacheln, weil WBO und WBC gleichzeitig galten.

Frauen

Titelträgerinnen der großen vier
Susi Kentikian
WBA · Fliegengewicht: 16.02.2007 bis 21.10.2011 und 01.02.2013 bis 30.07.2016
Ina Menzer
WBC · WBO · Federgewicht: WBC 08.03.2008 bis 03.07.2010. WBO 10.10.2009 bis 03.07.2010
Ramona Kühne
WBO · Superfedergewicht: 04.06.2010 bis 08.07.2017
Christina Hammer
WBO · WBC · Mittelgewicht: WBO 23.10.2010 bis 13.04.2019. WBC 05.11.2016 bis 13.04.2019
Christina Hammer, Einzelkämpfe
WBF/WBO · WBO/WBF: Supermittelgewicht 04.05.2013 und Superweltergewicht 26.07.2014, je ein einzelner Kampf
Nikki Adler
WBC · Supermittelgewicht: 30.11.2013 bis 04.08.2017
Tina Rupprecht
WBC · Minimumgewicht, Atomgewicht: Minimum 02.12.2017 bis 25.03.2023. Atom 13.01.2024 bis 11.10.2025 (laut Liste; sie vereinte 2025 alle vier großen Titel im Atomgewicht)
Raja Amasheh
WBO · Superfliegengewicht: 14.09.2018 bis 03.10.2018

Bei Christina Hammer galten WBO und WBC gleichzeitig. Zeilen mit nur einem Datum betreffen einen einzelnen Kampf.

Regina Halmich fehlt in den Kacheln, weil ihre Titel der WIBF angehören. Sie beendete ihre Laufbahn am 30.11.2007 in Karlsruhe mit einem Mehrheitssieg gegen Hagar Finer. Ihre Bilanz lautet 54–1–1.

Susi Kentikian wurde 1987 in Jerewan (Armenien) geboren, kam 1996 nach Hamburg und besitzt seit Juni 2008 die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie gewann am 16.02.2007 den vakanten WBA-Titel im Fliegengewicht gegen Carolina Alvarez, verlor den Titel später gegen Carina Moreno und holte sich nach dem Interimstitel am 06.07.2013 in der Revanche den vollen Titel zurück. Ina Menzer, in Kasachstan geboren, war im Federgewicht 2009 erste WBO-Titelträgerin der Klasse und hielt zugleich den WBC-Titel. Ihre einzige Niederlage (am 03.07.2010 in Stuttgart gegen Jeannine Garside) kostete sie WBC-, WBO- und WIBF-Titel. Christina Hammer gewann am 23.10.2010 den WBO-Titel im Mittelgewicht und gilt dort als jüngste WBO-Weltmeisterin. Sie verlor ihre Titel am 13.04.2019 gegen Claressa Shields.

Mehrere deutsche Titelträger wurden im Ausland geboren, Männer wie Frauen: Marco Huck kam in Serbien zur Welt, Susi Kentikian in Armenien. Das ist ein Befund über die Liste, keine Wertung.

Agit Kabayel: WBC-Titel ab 27.06.2026

Am 27.06.2026 ernannte der WBC Agit Kabayel zum Weltmeister im Schwergewicht, nachdem Oleksandr Usyk seine Titel abgegeben hatte. ZDFheute schreibt, er sei der erste deutsche Schwergewichtsweltmeister seit Max Schmeling 1932. Wir geben die Angabe so weiter. Sie hängt an der Definition: Die Klitschko-Brüder, die im Schwergewicht Titel hielten, sind als Ukrainer verzeichnet und stehen deshalb nicht in der Liste. Zur Legende der beiden: Klitschko.

Boxer schlägt in einer alten, hellen Boxhalle auf einen schweren Sack (mit AI erstelltes Bild)
AIMit AI erstelltes Bild
Training am schweren Sack in einer traditionsreichen Boxhalle.

Termin: Kabayels nächster Kampf: am 28.11.2026 gegen Nelson Hysa (Merkur Spiel-Arena, Düsseldorf). Zum Kampf gegen Hysa siehe Kabayel vs Hysa. Das Porträt: Agit Kabayel: Der Weg zum WM-Titel. Die aktuellen Titelträger aller Verbände stehen im Weltmeister-Tracker.

Was die Listen nicht zeigen

„Titelzeilen sagen wenig über Qualität.“

Redaktion

Ein Titel kann in einem Kampf verloren gehen oder vakant sein, und Verbände vergeben unterschiedliche Titel, etwa Interims- oder Gold-Gürtel. Einzelheiten stehen in den Biografien der Legenden-Übersicht.

Häufige Fragen

Wer war der erste deutsche Boxweltmeister im Schwergewicht?

Max Schmeling, der von 12.06.1930 bis 21.06.1932 den Titel nach der Anerkennung von NYSAC und NBA hielt. Das war vor der Gründung der heutigen Verbände WBC, IBF und WBO.

Was ist der Unterschied zwischen großen und kleinen Weltverbänden?

Die vier großen Verbände sind WBA, WBC, IBF und WBO. Daneben gibt es weitere Organisationen wie WIBF, GBU, GBC, WBF, WIBA, WBU, IBO, UBF oder WAA. Ihre Titel gelten als kleiner oder regional. Mehr auf der Seite Weltverbände.

Welche deutschen Frauen waren Weltmeisterinnen?

Bei den großen vier unter anderem Susi Kentikian (WBA), Ina Menzer (WBC, WBO), Ramona Kühne (WBO), Christina Hammer (WBO, WBC), Nikki Adler (WBC) und Tina Rupprecht (WBC). Regina Halmich hielt Titel der WIBF und gehört trotzdem zu den bekanntesten deutschen Boxerinnen.

Ist Agit Kabayel der erste deutsche Schwergewichtsweltmeister seit Schmeling?

Laut ZDFheute ja, bezogen auf einen Titel der heutigen Verbände. In der Liste, auf der unsere Zahlen beruhen, steht zwischen Schmeling und Kabayel kein weiterer Schwergewichtler. Die Klitschko-Brüder sind als Ukrainer verzeichnet.

Veröffentlicht am 08.10.2026 · zuletzt geprüft am 08.10.2026 · So arbeiten wir