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Illustration: Ausrüstung als Stillleben, Sinnbild für Regina Halmich (mit AI erstelltes Bild)
AIMit AI erstelltes Bild
Legende · Fliegengewicht

Regina Halmich: Alter, Bilanz und Karriere der Weltmeisterin

Regina Halmich beendete ihre Laufbahn 2007 mit 54 Siegen, einer Niederlage und einem Remis. Sie machte Frauenboxen in Deutschland zu einem festen Teil des Fernsehprogramms.

Stand 13.10.2026Redaktion boxwetten.deKeine Wettwerbung
54Profisiege in 56 Kämpfen
16K.o.-Siege
1Niederlage (1995)
2007Abschiedskampf
Regina HalmichWIBF-Weltmeisterin 1995–2007
30 %K.o.-Quote
Siege
54
davon K.o.
16
Niederlagen
1
Unentschieden
1
WIBF

1 WM-Gürtel · 12,5 Jahre Weltmeister

Fliegengewicht · Profikämpfe: 56 · Karriere: 1994–2007

Bilanzen nach öffentlichen Boxdatenbanken, Stand 13.10.2026. Wo Quellen abweichen, zeigen wir „–“ und erklären es im Text.

Regina Halmich auf einen Blick

Regina Halmich ist die bekannteste deutsche Boxerin. Sie wurde 1976 geboren, begann 1994 ihre Profikarriere und trat Ende 2007 nach 56 Kämpfen zurück. Ihre Bilanz: 54 Siege (16 durch K.o., 38 nach Punkten), eine Niederlage, ein Remis.

Ihre Titel gehörten zum Frauenverband WIBF, nicht zu den vier großen Männerverbänden WBA, WBC, IBF und WBO. Deutschlandweit war sie dennoch jahrelang das Gesicht des Frauenboxens.

Steckbrief
Geboren22.11.1976
GewichtsklassenJuniorfliegengewicht, Fliegengewicht, Superfliegengewicht
Profibilanz54 Siege (16 K.o.), 1 Niederlage, 1 Remis, 56 Kämpfe
TitelWIBF-Weltmeisterin, von 1995 bis zum Rücktritt 2007
Aktive Jahre1994 bis 2007

Gut zu wissen: Die Titelverteidigungen folgen der gängigen Zählung: Der Sieg gegen Réka Krempf am 13.01.2007 war die 44.

Von der Kampfsportlerin zur Profiboxerin

Halmich wurde in Karlsruhe geboren. Nach der Hall-of-Fame-Biografie des deutschen Sports begann sie mit elf Jahren mit Judo und Karate, später kam das Kickboxen hinzu. Sie wurde 1992, 1993 und 1994 deutsche Meisterin und 1994 Europameisterin im Kickboxen. Die Hall of Fame nennt zusätzlich zwei Europameistertitel der WAKO im Kickboxen (1992 und 1993). Eine dokumentierte Amateurbilanz im Boxen gibt es nicht.

Zum Boxen brachte sie Jürgen Lutz vom Karlsruher Bulldog-GYM. Ihr Profidebüt gab sie am 04.03.1994 in Karlsruhe mit einem Punktsieg über Fienie Klee nach sechs Runden. Sie stand beim Hamburger Stall Universum Box-Promotion unter Vertrag, vermarktet wurde sie von Werner Köster. Noch 1994 wurde sie Profi-Europameisterin. Parallel legte sie 1995 die mittlere Reife ab und qualifizierte sich als Rechtsanwaltsgehilfin.

Der Weg zum WM-Titel

Ihren Weg an die Spitze unterbrach schon früh die einzige Niederlage. Am 20.04.1995 verlor sie in Las Vegas gegen Yvonne Trevino durch Aufgabe in Runde 4, obwohl sie Trevino in Runde 1 zu Boden geschickt hatte. Knapp zwei Monate später, am 10.06.1995, holte sie den WIBF-Titel im Fliegengewicht. Es war ihr erster Weltmeistertitel und machte sie zur ersten deutschen Profiboxweltmeisterin. 1998 kam nach der Hall-of-Fame-Biografie der WM-Titel im Juniorfliegengewicht hinzu. Die WIBF blieb bis zum Karriereende der Verband, unter dem sie ihre Titel hielt. Auch ihre Niederlage in Las Vegas im Aladdin Hotel & Casino war bereits ein Kampf um den damals freien WIBF-Titel im Fliegengewicht.

Ihre Titel verteilen sich auf mehrere Gewichtsklassen, mehr dazu in der Übersicht der Gewichtsklassen. Wie sich die Weltverbände unterscheiden, erklärt die Seite Weltverbände.

Die großen Kämpfe

DatumGegnerinErgebnisWas der Kampf brachte
04.03.1994Fienie KleeSieg nach Punkten, 6 Runden, KarlsruheProfidebüt
20.04.1995Yvonne TrevinoNiederlage durch Aufgabe in Runde 4, Las VegasEinzige Niederlage ihrer Karriere
11.09.2004Elena ReidRemis (geteilte Entscheidung), Ort je nach Angabe Kiel oder KarlsruheEinziges Remis
03.12.2005Elena ReidSieg nach Punkten (einstimmig), MagdeburgRevanche
30.11.2007Hagar FinerSieg nach Punkten (Mehrheitsentscheidung), KarlsruheAbschiedskampf

Das Remis gegen Elena Reid blieb ein Ausnahmefall: Es fiel nach zehn Runden und wurde als umstritten beschrieben, den WIBF-Titel im Fliegengewicht behielt sie. Beim Austragungsort gehen die Angaben auseinander (Ostseehalle Kiel oder Karlsruhe). Die Revanche am 03.12.2005 in Magdeburg gewann Halmich einstimmig.

Am 13.01.2007 besiegte sie in der Brandberge Arena in Halle (Saale) Réka Krempf einstimmig nach zehn Runden, was nach gängiger Zählung ihre 44. erfolgreiche Titelverteidigung war.

Der Abschiedskampf gegen Hagar Finer am 30.11.2007 in der dm-Arena in Karlsruhe-Rheinstetten ging über die volle Distanz an sie, allerdings „umstritten“. Promoter Klaus-Peter Kohl überreichte ihr nach dem Kampf einen Brillantring für 13 Jahre Zusammenarbeit. Nach der Hall-of-Fame-Biografie verfolgten ihn im ZDF 8,8 Millionen Zuschauer.

Die Laufbahn in Orten und Gegnerinnen

Halmichs Heimspiele fanden meist in Karlsruhe statt, in der Hall of Fame des deutschen Sports sind allein sieben Weltmeisterschaftskämpfe dort aufgeführt. Daneben boxte sie in Magdeburg, Kiel, Halle (Saale), Düsseldorf und Berlin. Unter anderem diese Kämpfe sind verzeichnet:

DatumGegnerinOrtErgebnis
02.04.1995Maria Rosa TabbusoItalienPunktsieg, 10 Runden
05.12.1998Viktoria PatakiKiewPunktsieg, 10 Runden
20.04.2002Anca MoiseDanzigSieg durch technischen K.o. in Runde 4
17.08.2002Yvonne CaplesBerlinPunktsieg, 10 Runden
29.05.2004Daisy LangKielPunktsieg, 10 Runden
10.09.2005María Jesús RosaKarlsruhePunktsieg 2:1 (ihr 50. Profikampf)
09.09.2006Ria RamnarineMagdeburgSieg durch technischen K.o. in Runde 6
28.07.2007Wendy RodriguezDüsseldorfPunktsieg

Die Tabelle zeigt, dass Halmich meist im eigenen Land boxte, mit einzelnen Reisen nach Italien, in die Ukraine und nach Polen.

Am 07.12.2007, eine Woche nach ihrem Abschied, gewann Susi Kentikian den WIBF-Titel, der durch Halmichs Rücktritt frei geworden war, gegen Nadia Hokmi. So lässt sich die Staffelübergabe im deutschen Frauenboxen datieren.

Frauenboxen im deutschen Fernsehen

Anfang der 2000er Jahre war Frauenboxen im Fernsehen noch Beiwerk. Die Berliner Zeitung schrieb am 02.07.2003, ihre Kämpfe seien zuvor im Vorprogramm der Männerkämpfe gelaufen, mitunter erst als zusammengefasste Höhepunkte nach Mitternacht. Am 12.07.2003 sollte das ZDF in Leverkusen erstmals einen WM-Kampf mit Halmich als Hauptkämpferin live zeigen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie nach demselben Bericht alle 32 ihrer Weltmeisterschaftskämpfe gewonnen.

Den Durchbruch zum breiten Publikum brachte aber ein Unterhaltungsformat: die Schaukämpfe gegen Stefan Raab.

Die Schaukämpfe gegen Stefan Raab

Im März 2001 und noch einmal 2007 boxte Halmich in Schaukämpfen gegen den Fernsehmoderator Stefan Raab und gewann beide nach Punkten. Der erste Kampf lief bei ProSieben und lockte 7,37 Millionen Zuschauer an. Die Berliner Zeitung sprach von bis zu neun Millionen und von der besten Quote der Sendergeschichte.

Der zweite Kampf fand 2007 in der Kölnarena vor 19.500 Zuschauern statt, im Fernsehen sahen ihn 7,74 Millionen. Im September 2024 folgte ein dritter Schaukampf im PSD Bank Dome mit 13.000 Zuschauern und 5,90 Millionen Fernsehzuschauern, den sie ebenfalls nach Punkten gewann. Diese Kämpfe zählen nicht zur Profibilanz, machten sie aber über die Sportberichterstattung hinaus bekannt.

Der Signature-Stil

Tuschezeichnung mit gesichtslosen Figuren: rechte Gerade, Halmich schickt Trevino in Runde 1 zu Boden (mit AI erstelltes Bild) AI Mit AI erstelltes Bild
Rechte Gerade in Runde 1: Halmich schickt Trevino zu Boden, 1995 · Rote Hose: Halmich · Bewegungsablauf: Beide auf Distanz in Deckung, Halmich schiebt die Führhand vor, Sie lädt die rechte Hand, Rechte Gerade trifft den Kopf, Trevinos Kopf schnappt zurück, Trevino knickt ein, Trevino kippt zu Boden, Trevino sitzt am Boden, Trevino steht wieder, der Kampf geht weiter · Mit AI erstellte Tuschezeichnung mit gesichtslosen Figuren, keine Fotografie

Zu Halmichs Technik gibt es wenig ausführliche Beschreibungen. Sie boxte in orthodoxer Auslage. Die Hall of Fame des deutschen Sports charakterisiert sie so, dass sie von Beginn an offensiv ging („sofort zum Angriff über“) und sich ihren Respekt „Schlag für Schlag“ erarbeitete. Das ist eine Einschätzung, kein Messwert.

Konkreter ist ihre Bilanz: 38 ihrer 54 Siege kamen nach Punkten, 16 durch K.o. Halmich entschied ihre Kämpfe also häufiger über die Distanz als vorzeitig. Ihr Weg über Judo, Karate und Kickboxen spricht für eine breite körperliche Grundlage, als Stilmerkmal ist das aber nirgends ausdrücklich belegt.

Ihre einzige Niederlage liegt ganz am Anfang der Karriere. Danach blieb sie von 1995 bis zum Rücktritt 2007 WIBF-Weltmeisterin, in der Zählung der Hall of Fame ungeschlagen auf Titelebene.

Bedeutung für das deutsche Boxen

Halmich machte Frauenboxen in Deutschland sichtbar und blieb mehr als ein Jahrzehnt lang Weltmeisterin. Nach der Hall of Fame des deutschen Sports war sie am 10.06.1995 die erste deutsche Profiboxweltmeisterin überhaupt, und sie hielt ihren WIBF-Titel bis zum Rücktritt am 30.11.2007. In diesen zwölf Jahren wurde Frauenboxen vom Rahmenprogramm zum eigenen Fernsehereignis. Anfangs liefen die Kämpfe nach Mitternacht, 2003 zeigte das ZDF den ersten Live-Hauptkampf, beim Abschied sahen 8,8 Millionen zu. Mehr zu den deutschen Weltmeisterinnen und Weltmeistern steht im Artikel Deutsche Boxweltmeister, aktuelle Titelträger stehen im Weltmeister-Tracker.

Für den Vergleich mit anderen deutschen Boxlegenden bieten sich Henry Maske und Max Schmeling an. Zahlen rund um deutsche Titelträger finden Sie in der Statistik.

Ehrungen

Zu Halmichs Auszeichnungen zählen unter anderem die Goldene Pyramide und die Auszeichnung als Boxerin des Jahres (1996, 1997, 1999 und 2003), die Wahl zur weltbesten Boxerin durch die WIBF (1997) und den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg (2013). 2022 nahm sie die Hall of Fame des deutschen Sports auf. Die International Women’s Boxing Hall of Fame nahm sie 2014 auf, die International Boxing Hall of Fame 2022.

Nach der Karriere

Nach dem Abschiedskampf 2007 sind keine weiteren Profikämpfe dokumentiert. Ab Januar 2007 arbeitete sie bei ProSieben als Co-Moderatorin und Expertin für Boxübertragungen. Sie moderierte außerdem die zweite und dritte Staffel von „The Biggest Loser“ bei Kabel eins (2010 und 2011), trat 2011 bei „Let’s Dance“ an und spielte kleine Rollen in „Hinter Gittern“ (2006) und „SOKO Stuttgart“ (2011). Dazu kommt eine eigene Kosmetiklinie.

Die vollständige Reihe finden Sie in der Hall of Fame.

Regina Halmich heute: Alter, Familie und Raab-Kampf

Regina Halmich wurde am 22.11.1976 geboren und ist 49 Jahre alt. Nach dem Rücktritt 2007 blieb sie als Fernsehgesicht präsent. Am 14.09.2024 boxte sie in Düsseldorf zum dritten Mal gegen Stefan Raab und gewann den Schaukampf über sechs Runden nach Punkten, wie SPOX und Promiflash berichten. Privat hat sie nach Medienberichten keine Kinder, laut RTL-Interview von 2020 hat sie sich bewusst dagegen entschieden. Einen Ehemann nennen die Berichte nicht.

Gerüchte um eine Todesursache sind falsch: Regina Halmich lebt.

Die Nachfolgerinnen im deutschen Frauenboxen

Nach Halmich kamen andere Boxerinnen an die Spitze. Susi Kentikian wurde als Fliegengewichtlerin zur Weltmeisterin, ihr Weg ist im Porträt von Susi Kentikian nachzulesen. Mit Christina Hammer folgte später eine WBO-Weltmeisterin im Mittelgewicht.

Häufige Fragen

Wie oft hat Regina Halmich verloren?

Regina Halmich verlor genau einmal als Profi: am 20.04.1995 gegen Yvonne Trevino in Las Vegas (Aufgabe in Runde 4). Dazu kommt ein Remis gegen Elena Reid im September 2004. Die Revanche gegen Reid im Dezember 2005 gewann sie einstimmig.

Wie alt ist Regina Halmich?

Regina Halmich wurde am 22.11.1976 geboren und ist damit 49 Jahre alt.

Ist Regina Halmich gestorben? Woran starb sie?

Nein. Regina Halmich lebt. Die Suchanfrage nach einer Todesursache beruht auf einem Missverständnis: Sie trat 2007 zurück und stieg am 14.09.2024 in Düsseldorf noch einmal für einen Schaukampf gegen Stefan Raab in den Ring, den sie nach Punkten gewann.

Hat Regina Halmich einen Ehemann oder Kinder?

Nach übereinstimmenden Medienberichten hat Regina Halmich keine Kinder. Sie sagte 2020 in einem RTL-Interview, sie habe sich bewusst dagegen entschieden. Einen Ehemann nennen die Berichte nicht, 2024 sprach sie öffentlich davon, Single zu sein.

Wann war ihr letzter Kampf?

Ihren Abschiedskampf bestritt sie am 30.11.2007 in Karlsruhe gegen Hagar Finer und gewann nach Mehrheitsentscheidung der Punktrichter.

Wie viele Titelverteidigungen hatte Regina Halmich?

Nach gängiger Zählung war der Sieg 2007 gegen Reka Krempf ihre 44. erfolgreiche Titelverteidigung.

Hat Regina Halmich gegen Stefan Raab geboxt?

Ja, es gab Schaukämpfe gegen den Fernsehmoderator Stefan Raab in den Jahren 2001, 2007 und 2024. Sie zählen nicht zu ihrer Profibilanz.

In welchen Gewichtsklassen boxte Regina Halmich?

Sie boxte im Juniorfliegengewicht, im Fliegengewicht und im Superfliegengewicht. Ihre Titel gehörten zum Verband WIBF, der auf Frauenboxen spezialisiert ist.

Veröffentlicht am 16.09.2026 · zuletzt geprüft am 13.10.2026 · So arbeiten wir