★Hall of Fame★
Regina
Halmich
54–1–116 K.o.
19942007
1 WM-Gürtel · 12,5 Jahre Weltmeister
Bilanzen nach öffentlichen Boxdatenbanken, Stand 13.10.2026. Wo Quellen abweichen, zeigen wir „–“ und erklären es im Text.
Regina Halmich auf einen Blick
Regina Halmich ist die bekannteste deutsche Boxerin. Sie wurde 1976 geboren, begann 1994 ihre Profikarriere und trat Ende 2007 nach 56 Kämpfen zurück. Ihre Bilanz: 54 Siege (16 durch K.o., 38 nach Punkten), eine Niederlage, ein Remis.
Ihre Titel gehörten zum Frauenverband WIBF, nicht zu den vier großen Männerverbänden WBA, WBC, IBF und WBO. Deutschlandweit war sie dennoch jahrelang das Gesicht des Frauenboxens.
| Steckbrief | |
|---|---|
| Geboren | 22.11.1976 |
| Gewichtsklassen | Juniorfliegengewicht, Fliegengewicht, Superfliegengewicht |
| Profibilanz | 54 Siege (16 K.o.), 1 Niederlage, 1 Remis, 56 Kämpfe |
| Titel | WIBF-Weltmeisterin, von 1995 bis zum Rücktritt 2007 |
| Aktive Jahre | 1994 bis 2007 |
Gut zu wissen: Die Titelverteidigungen folgen der gängigen Zählung: Der Sieg gegen Réka Krempf am 13.01.2007 war die 44.
Von der Kampfsportlerin zur Profiboxerin
Halmich wurde in Karlsruhe geboren. Nach der Hall-of-Fame-Biografie des deutschen Sports begann sie mit elf Jahren mit Judo und Karate, später kam das Kickboxen hinzu. Sie wurde 1992, 1993 und 1994 deutsche Meisterin und 1994 Europameisterin im Kickboxen. Die Hall of Fame nennt zusätzlich zwei Europameistertitel der WAKO im Kickboxen (1992 und 1993). Eine dokumentierte Amateurbilanz im Boxen gibt es nicht.
Zum Boxen brachte sie Jürgen Lutz vom Karlsruher Bulldog-GYM. Ihr Profidebüt gab sie am 04.03.1994 in Karlsruhe mit einem Punktsieg über Fienie Klee nach sechs Runden. Sie stand beim Hamburger Stall Universum Box-Promotion unter Vertrag, vermarktet wurde sie von Werner Köster. Noch 1994 wurde sie Profi-Europameisterin. Parallel legte sie 1995 die mittlere Reife ab und qualifizierte sich als Rechtsanwaltsgehilfin.
Der Weg zum WM-Titel
Ihren Weg an die Spitze unterbrach schon früh die einzige Niederlage. Am 20.04.1995 verlor sie in Las Vegas gegen Yvonne Trevino durch Aufgabe in Runde 4, obwohl sie Trevino in Runde 1 zu Boden geschickt hatte. Knapp zwei Monate später, am 10.06.1995, holte sie den WIBF-Titel im Fliegengewicht. Es war ihr erster Weltmeistertitel und machte sie zur ersten deutschen Profiboxweltmeisterin. 1998 kam nach der Hall-of-Fame-Biografie der WM-Titel im Juniorfliegengewicht hinzu. Die WIBF blieb bis zum Karriereende der Verband, unter dem sie ihre Titel hielt. Auch ihre Niederlage in Las Vegas im Aladdin Hotel & Casino war bereits ein Kampf um den damals freien WIBF-Titel im Fliegengewicht.
Ihre Titel verteilen sich auf mehrere Gewichtsklassen, mehr dazu in der Übersicht der Gewichtsklassen. Wie sich die Weltverbände unterscheiden, erklärt die Seite Weltverbände.
Die großen Kämpfe
| Datum | Gegnerin | Ergebnis | Was der Kampf brachte |
|---|---|---|---|
| 04.03.1994 | Fienie Klee | Sieg nach Punkten, 6 Runden, Karlsruhe | Profidebüt |
| 20.04.1995 | Yvonne Trevino | Niederlage durch Aufgabe in Runde 4, Las Vegas | Einzige Niederlage ihrer Karriere |
| 11.09.2004 | Elena Reid | Remis (geteilte Entscheidung), Ort je nach Angabe Kiel oder Karlsruhe | Einziges Remis |
| 03.12.2005 | Elena Reid | Sieg nach Punkten (einstimmig), Magdeburg | Revanche |
| 30.11.2007 | Hagar Finer | Sieg nach Punkten (Mehrheitsentscheidung), Karlsruhe | Abschiedskampf |
Das Remis gegen Elena Reid blieb ein Ausnahmefall: Es fiel nach zehn Runden und wurde als umstritten beschrieben, den WIBF-Titel im Fliegengewicht behielt sie. Beim Austragungsort gehen die Angaben auseinander (Ostseehalle Kiel oder Karlsruhe). Die Revanche am 03.12.2005 in Magdeburg gewann Halmich einstimmig.
Am 13.01.2007 besiegte sie in der Brandberge Arena in Halle (Saale) Réka Krempf einstimmig nach zehn Runden, was nach gängiger Zählung ihre 44. erfolgreiche Titelverteidigung war.
Der Abschiedskampf gegen Hagar Finer am 30.11.2007 in der dm-Arena in Karlsruhe-Rheinstetten ging über die volle Distanz an sie, allerdings „umstritten“. Promoter Klaus-Peter Kohl überreichte ihr nach dem Kampf einen Brillantring für 13 Jahre Zusammenarbeit. Nach der Hall-of-Fame-Biografie verfolgten ihn im ZDF 8,8 Millionen Zuschauer.
Die Laufbahn in Orten und Gegnerinnen
Halmichs Heimspiele fanden meist in Karlsruhe statt, in der Hall of Fame des deutschen Sports sind allein sieben Weltmeisterschaftskämpfe dort aufgeführt. Daneben boxte sie in Magdeburg, Kiel, Halle (Saale), Düsseldorf und Berlin. Unter anderem diese Kämpfe sind verzeichnet:
| Datum | Gegnerin | Ort | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 02.04.1995 | Maria Rosa Tabbuso | Italien | Punktsieg, 10 Runden |
| 05.12.1998 | Viktoria Pataki | Kiew | Punktsieg, 10 Runden |
| 20.04.2002 | Anca Moise | Danzig | Sieg durch technischen K.o. in Runde 4 |
| 17.08.2002 | Yvonne Caples | Berlin | Punktsieg, 10 Runden |
| 29.05.2004 | Daisy Lang | Kiel | Punktsieg, 10 Runden |
| 10.09.2005 | María Jesús Rosa | Karlsruhe | Punktsieg 2:1 (ihr 50. Profikampf) |
| 09.09.2006 | Ria Ramnarine | Magdeburg | Sieg durch technischen K.o. in Runde 6 |
| 28.07.2007 | Wendy Rodriguez | Düsseldorf | Punktsieg |
Die Tabelle zeigt, dass Halmich meist im eigenen Land boxte, mit einzelnen Reisen nach Italien, in die Ukraine und nach Polen.
Am 07.12.2007, eine Woche nach ihrem Abschied, gewann Susi Kentikian den WIBF-Titel, der durch Halmichs Rücktritt frei geworden war, gegen Nadia Hokmi. So lässt sich die Staffelübergabe im deutschen Frauenboxen datieren.
Frauenboxen im deutschen Fernsehen
Anfang der 2000er Jahre war Frauenboxen im Fernsehen noch Beiwerk. Die Berliner Zeitung schrieb am 02.07.2003, ihre Kämpfe seien zuvor im Vorprogramm der Männerkämpfe gelaufen, mitunter erst als zusammengefasste Höhepunkte nach Mitternacht. Am 12.07.2003 sollte das ZDF in Leverkusen erstmals einen WM-Kampf mit Halmich als Hauptkämpferin live zeigen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie nach demselben Bericht alle 32 ihrer Weltmeisterschaftskämpfe gewonnen.
Den Durchbruch zum breiten Publikum brachte aber ein Unterhaltungsformat: die Schaukämpfe gegen Stefan Raab.
Die Schaukämpfe gegen Stefan Raab
Im März 2001 und noch einmal 2007 boxte Halmich in Schaukämpfen gegen den Fernsehmoderator Stefan Raab und gewann beide nach Punkten. Der erste Kampf lief bei ProSieben und lockte 7,37 Millionen Zuschauer an. Die Berliner Zeitung sprach von bis zu neun Millionen und von der besten Quote der Sendergeschichte.
Der zweite Kampf fand 2007 in der Kölnarena vor 19.500 Zuschauern statt, im Fernsehen sahen ihn 7,74 Millionen. Im September 2024 folgte ein dritter Schaukampf im PSD Bank Dome mit 13.000 Zuschauern und 5,90 Millionen Fernsehzuschauern, den sie ebenfalls nach Punkten gewann. Diese Kämpfe zählen nicht zur Profibilanz, machten sie aber über die Sportberichterstattung hinaus bekannt.
Der Signature-Stil
Zu Halmichs Technik gibt es wenig ausführliche Beschreibungen. Sie boxte in orthodoxer Auslage. Die Hall of Fame des deutschen Sports charakterisiert sie so, dass sie von Beginn an offensiv ging („sofort zum Angriff über“) und sich ihren Respekt „Schlag für Schlag“ erarbeitete. Das ist eine Einschätzung, kein Messwert.
Konkreter ist ihre Bilanz: 38 ihrer 54 Siege kamen nach Punkten, 16 durch K.o. Halmich entschied ihre Kämpfe also häufiger über die Distanz als vorzeitig. Ihr Weg über Judo, Karate und Kickboxen spricht für eine breite körperliche Grundlage, als Stilmerkmal ist das aber nirgends ausdrücklich belegt.
Ihre einzige Niederlage liegt ganz am Anfang der Karriere. Danach blieb sie von 1995 bis zum Rücktritt 2007 WIBF-Weltmeisterin, in der Zählung der Hall of Fame ungeschlagen auf Titelebene.
Bedeutung für das deutsche Boxen
Halmich machte Frauenboxen in Deutschland sichtbar und blieb mehr als ein Jahrzehnt lang Weltmeisterin. Nach der Hall of Fame des deutschen Sports war sie am 10.06.1995 die erste deutsche Profiboxweltmeisterin überhaupt, und sie hielt ihren WIBF-Titel bis zum Rücktritt am 30.11.2007. In diesen zwölf Jahren wurde Frauenboxen vom Rahmenprogramm zum eigenen Fernsehereignis. Anfangs liefen die Kämpfe nach Mitternacht, 2003 zeigte das ZDF den ersten Live-Hauptkampf, beim Abschied sahen 8,8 Millionen zu. Mehr zu den deutschen Weltmeisterinnen und Weltmeistern steht im Artikel Deutsche Boxweltmeister, aktuelle Titelträger stehen im Weltmeister-Tracker.
Für den Vergleich mit anderen deutschen Boxlegenden bieten sich Henry Maske und Max Schmeling an. Zahlen rund um deutsche Titelträger finden Sie in der Statistik.
Ehrungen
Zu Halmichs Auszeichnungen zählen unter anderem die Goldene Pyramide und die Auszeichnung als Boxerin des Jahres (1996, 1997, 1999 und 2003), die Wahl zur weltbesten Boxerin durch die WIBF (1997) und den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg (2013). 2022 nahm sie die Hall of Fame des deutschen Sports auf. Die International Women’s Boxing Hall of Fame nahm sie 2014 auf, die International Boxing Hall of Fame 2022.
Nach der Karriere
Nach dem Abschiedskampf 2007 sind keine weiteren Profikämpfe dokumentiert. Ab Januar 2007 arbeitete sie bei ProSieben als Co-Moderatorin und Expertin für Boxübertragungen. Sie moderierte außerdem die zweite und dritte Staffel von „The Biggest Loser“ bei Kabel eins (2010 und 2011), trat 2011 bei „Let’s Dance“ an und spielte kleine Rollen in „Hinter Gittern“ (2006) und „SOKO Stuttgart“ (2011). Dazu kommt eine eigene Kosmetiklinie.
Die vollständige Reihe finden Sie in der Hall of Fame.
Regina Halmich heute: Alter, Familie und Raab-Kampf
Regina Halmich wurde am 22.11.1976 geboren und ist 49 Jahre alt. Nach dem Rücktritt 2007 blieb sie als Fernsehgesicht präsent. Am 14.09.2024 boxte sie in Düsseldorf zum dritten Mal gegen Stefan Raab und gewann den Schaukampf über sechs Runden nach Punkten, wie SPOX und Promiflash berichten. Privat hat sie nach Medienberichten keine Kinder, laut RTL-Interview von 2020 hat sie sich bewusst dagegen entschieden. Einen Ehemann nennen die Berichte nicht.
Gerüchte um eine Todesursache sind falsch: Regina Halmich lebt.
Die Nachfolgerinnen im deutschen Frauenboxen
Nach Halmich kamen andere Boxerinnen an die Spitze. Susi Kentikian wurde als Fliegengewichtlerin zur Weltmeisterin, ihr Weg ist im Porträt von Susi Kentikian nachzulesen. Mit Christina Hammer folgte später eine WBO-Weltmeisterin im Mittelgewicht.
Häufige Fragen
Wie oft hat Regina Halmich verloren?
Wie alt ist Regina Halmich?
Ist Regina Halmich gestorben? Woran starb sie?
Hat Regina Halmich einen Ehemann oder Kinder?
Wann war ihr letzter Kampf?
Wie viele Titelverteidigungen hatte Regina Halmich?
Hat Regina Halmich gegen Stefan Raab geboxt?
In welchen Gewichtsklassen boxte Regina Halmich?
Quellen
Veröffentlicht am 16.09.2026 · zuletzt geprüft am 13.10.2026 · So arbeiten wir





