Die besten K.o.s der Boxgeschichte: Was uns wichtig war
Ein guter K.o. ist mehr als ein harter Treffer. Er entscheidet einen Titel, beendet eine Serie oder dreht einen Kampf, den der Gegner bis dahin gewonnen hat. Genau darum geht es in dieser Liste: Wir haben die besten K.o.s im Boxen danach sortiert, was auf dem Spiel stand, und erst danach, wie spektakulär der Schlag war.
Die Liste ist bewusst subjektiv und hat einen Schwerpunkt im Schwergewicht. Acht der zehn Kämpfe gehören in diese Klasse, zwei in niedrigere Gewichte. Sie ist ein Fanranking und kein Messergebnis. Wer andere Favoriten hat, findet sie im Abschnitt zu den Ehrenplätzen.
- 1Douglas gegen Tyson11.02.1990, TokioRunde 10
- 2Foreman gegen Frazier22.01.1973Runde 2
- 3Joshua gegen Klitschko29.04.2017, WembleyRunde 11
- 4Márquez gegen Pacquiao08.12.2012Runde 6
- 5Fury gegen Wilder09.10.2021Runde 11
- 6Usyk gegen Dubois19.07.2025, WembleyRunde 5
- 7Kabayel gegen Zhang22.02.2025, RiadRunde 6
- 8Dubois gegen Joshua21.09.2024, WembleyRunde 5
- 9Wilder gegen Ortiz23.11.2019Runde 7
- 10Pacquiao gegen Hatton02.05.2009Runde 2
Erstgenannt ist jeweils der Sieger. Die Videos stehen weiter unten.
So haben wir das Ranking aufgebaut
Das Kriterium lautet: historisches Gewicht zuerst, Härte des Finishs danach. Historisches Gewicht heißt: Ging es um einen Weltmeistertitel? War der Sieger Außenseiter? Gab es eine Rivalität, die den Kampf aufgeladen hat? Erst bei ähnlichem Gewicht zählt, wie hart und wie plötzlich der Kampf endete.
Zwei Zusatzregeln: Wir haben nur Kämpfe aufgenommen, zu denen es ein Video eines offiziellen Kanals gibt, und wir führen nur Angaben auf, die in mindestens zwei Quellen übereinstimmen. Wo Quellen auseinanderliegen, etwa bei Zeiten innerhalb einer Runde, weisen wir darauf hin oder lassen die Angabe weg. Videos kommen von den Kanälen der Promoter und Sender, die die Kämpfe verwertet haben, und laden erst nach Ihrem Klick (Datenschutz).
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James „Buster“ Douglas vs.
Mike Tyson
Am 11. Februar 1990 trat Mike Tyson als unbesiegter Weltmeister gegen den Außenseiter James Douglas an. Douglas dominierte große Teile des Kampfes und schickte Tyson in der zehnten Runde erstmals in seiner Karriere zu Boden. Der Ringrichter zählte Tyson aus. Der Kampf gilt als eine der größten Überraschungen der Boxgeschichte.
Auf YouTube ansehen Quelle: offizieller Kanal ESPN
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George Foreman vs.
Joe Frazier
Joe Frazier verteidigte in Kingston seine Titel gegen den jungen George Foreman. Frazier ging insgesamt sechsmal zu Boden, erstmals am Ende der ersten Runde. Nach dem sechsten Niederschlag beendete der Ringrichter den Kampf bei 1:35 Minuten der zweiten Runde.
Auf YouTube ansehen Quelle: offizieller Kanal ESPN Throwback
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Anthony Joshua vs.
Wladimir Klitschko
Vor rund 90.000 Zuschauern in Wembley trafen der Brite Anthony Joshua und der langjährige Champion Wladimir Klitschko aufeinander. Joshua überstand in der sechsten Runde einen Niederschlag und schickte Klitschko in der elften Runde zweimal zu Boden. Ringrichter David Fields brach den Kampf bei 2:25 Minuten ab.
Auf YouTube ansehen Quelle: offizieller Kanal DAZN Boxing
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Juan Manuel Márquez vs.
Manny Pacquiao
Im vierten Duell der beiden Rivalen ging Pacquiao in der dritten Runde zu Boden, Márquez selbst in der fünften. Eine Sekunde vor dem Ende der sechsten Runde traf Márquez mit einem rechten Konter und schickte Pacquiao bewusstlos auf die Bretter. Es war Márquez' erster Sieg gegen den Filipino.
Auf YouTube ansehen Quelle: offizieller Kanal Top Rank Boxing
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Tyson Fury vs.
Deontay Wilder
Im dritten Duell gingen beide Boxer mehrfach zu Boden, Fury zweimal in Runde vier. In der elften Runde traf Fury mit einer rechten Geraden, Wilder fiel und konnte nicht mehr weitermachen. Der Kampf wurde von The Ring zum Kampf des Jahres 2021 gewählt.
Auf YouTube ansehen Quelle: offizieller Kanal Top Rank Boxing
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Oleksandr Usyk vs.
Daniel Dubois
Usyk schickte Dubois im Rückkampf in der fünften Runde zweimal zu Boden, der zweite Niederschlag beendete den Kampf nach 1:52 Minuten. Mit dem Sieg wurde Usyk erneut unumstrittener Weltmeister im Schwergewicht.
Auf YouTube ansehen Quelle: offizieller Kanal DAZN Boxing
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Agit Kabayel vs.
Zhilei Zhang
Der Bochumer Agit Kabayel ging als Ungeschlagener in den Kampf. In der sechsten Runde traf er den Chinesen Zhilei Zhang mit einem Körpertreffer, Zhang ging auf die Knie und der Ringrichter beendete den Kampf. Kabayel gewann damit den WBC-Interimstitel.
Auf YouTube ansehen Quelle: offizieller Kanal DAZN Boxing
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Daniel Dubois vs.
Anthony Joshua
Dubois verteidigte seinen IBF-Titel vor rund 96.000 Zuschauern in Wembley. Er hatte Joshua bereits in den Runden eins und drei zu Boden geschickt. Nach 59 Sekunden der fünften Runde beendete ein rechter Konter den Kampf.
Auf YouTube ansehen Quelle: offizieller Kanal DAZN Boxing
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Deontay Wilder vs.
Luis Ortiz
Im Rückkampf gegen Luis Ortiz verteidigte Deontay Wilder seinen WBC-Titel zum zehnten Mal. In der siebten Runde traf er mit einer einzigen rechten Geraden. Ringrichter Kenny Bayless zählte Ortiz aus.
Auf YouTube ansehen Quelle: offizieller Kanal PBC ON FOX
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Manny Pacquiao vs.
Ricky Hatton
Manny Pacquiao schickte den Briten Ricky Hatton bereits in der ersten Runde zu Boden. In der zweiten Runde beendete ein Treffer den Kampf nach 2:59 Minuten. Pacquiao gewann damit die Titel der IBO und des Ring Magazine im Halbweltergewicht.
Auf YouTube ansehen Quelle: offizieller Kanal Top Rank Boxing
K.o. oder technischer K.o.: die Regeln
In den Ergebnislisten finden Sie zwei Abkürzungen, die für Fans nach demselben Ergebnis aussehen: K.o. und TKO. Die Regeln dahinter unterscheiden sich.
Ein K.o. liegt nach üblicher Definition vor, wenn ein Boxer nach einem Treffer länger als zehn Sekunden am Boden oder außerhalb der Seile bleibt oder kampfunfähig ist. Der Ringrichter zählt dann bis zehn aus. Steht der Boxer bis „zehn“ nicht, ist der Kampf zu Ende.
Beim technischen K.o. (TKO) bricht der Ringrichter den Kampf ab, ohne bis zehn zu zählen. Gründe können Verletzungen sein, die der Ringarzt beurteilt, eine klare Überlegenheit des Gegners oder ein Handtuch aus der Ecke. Auch wer nach der Rundenpause nicht mehr antritt, verliert durch TKO. Einzelne Regeln, etwa zur Zahl der Niederschläge pro Runde, unterscheiden sich je nach Verband und Land. Die gängigen Regeln erklären wir auf unserer Seite zu den Boxregeln.
Ein Beispiel aus der Liste ist Foreman gegen Frazier 1973: Joe Frazier ging sechsmal zu Boden, der Ringrichter beendete den Kampf in Runde 2 bei 1:35 Minuten. Offiziell ist das ein TKO, auch wenn jeder Fan von einem K.o. spricht. Ähnlich beim Kampf von Agit Kabayel gegen Zhilei Zhang: Dort treffen Berichte unterschiedliche Aussagen, ob Zhang ausgezählt wurde oder der Ringrichter abbrach. Wir sprechen in solchen Fällen schlicht vom K.o. durch Körpertreffer und nennen die Runde.
Gut zu wissen: Im deutschen Sprachgebrauch heißt auch ein TKO oft „K.o.“. Entscheidend für die Statistik eines Boxers ist, wie der Kampf offiziell gewertet wird. Weitere Zahlen zum Boxen finden Sie auf unserer Statistik-Seite.
Was einen K.o.-Schlag ausmacht
Warum geht ein Boxer nach einem einzigen Treffer zu Boden? Die Forschung zu Kampfsport-Verletzungen liefert eine Antwort. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Kopfbeschleunigung im Kampfsport beschreibt, dass die schnelle Beschleunigung und Abbremsung des Kopfes das Gehirn im Schädel bewegt. Die Folgen sind laut der Arbeit umso größer, je stärker die Beschleunigung ist. Besonders die Drehbeschleunigung des Kopfes steht im Verdacht, ein Gehirn aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Das Kinn spielt dabei die Rolle eines Hebels. Ein Treffer an Kinn oder Kieferwinkel lässt den Kopf seitlich um den Hals rotieren. Deshalb gelten Haken zum Kinn als klassische K.o.-Schläge. Ein harter Treffer auf den Scheitel kann dagegen ernst, aber ohne Niederschlag bleiben, weil er weniger Drehung erzeugt.
- 1Treffer am Kinn
Ein Haken zum Kinn oder Kieferwinkel gilt als klassischer K.o.-Schlag.
- 2Kopf dreht sich
Der Kopf rotiert seitlich um den Hals.
- 3Drehbeschleunigung
Das Gehirn bewegt sich im Schädel.
- 4Niederschlag
Der Boxer geht zu Boden.
Auch ein Körpertreffer kann einen Kampf beenden. Das zeigt der Kampf von Agit Kabayel gegen Zhang: Er beendete ihn mit einem Treffer zum Körper, nicht zum Kopf.
Dazu eine Einordnung: Jeder Niederschlag ist eine Hirnerschütterung. Die genannte Übersichtsarbeit ordnet solche Treffer als Schädel-Hirn-Verletzungen ein. Wir feiern hier Kämpfe, nehmen die Gesundheit der Boxer aber ernst. Dafür gibt es Ringärzte und Zählregeln.
Was die Liste verbindet
Nebeneinandergelegt zeigen die zehn Kämpfe drei Muster.
Rückkämpfe und Trilogien. Márquez schlug Pacquiao im vierten Duell der beiden zum ersten Mal, und zwar eine Sekunde vor dem Ende der sechsten Runde. Wilder verteidigte seinen WBC-Titel im Rückkampf gegen Luis Ortiz zum zehnten Mal, Ringrichter Kenny Bayless zählte Ortiz aus. Fury gegen Wilder war das dritte Duell, The Ring wählte es zum Kampf des Jahres 2021. Wer sich die Kämpfe in dieser Reihenfolge ansieht, versteht die Vorgeschichte besser als bei einem Einzelclip.
Schwergewichts-Abende im Stadion. Joshua gegen Klitschko (rund 90.000 Zuschauer), Dubois gegen Joshua (rund 96.000 laut AP) und Usyk gegen Dubois fanden alle drei im Wembley-Stadion statt. Bei Dubois gegen Joshua hatte der Titelverteidiger Joshua bereits in den Runden 1 und 3 zu Boden geschickt, ehe ein rechter Konter den Kampf nach 59 Sekunden der fünften Runde beendete. Im Rückkampf zwischen Usyk und Dubois ging Dubois in Runde 5 zweimal zu Boden, der zweite Niederschlag beendete den Kampf nach 1:52 Minuten.
Frühe Entscheidung und späte Wende. Bei Pacquiao gegen Hatton (02.05.2009) fiel der Brite schon in Runde 1 und wurde in Runde 2 bei 2:59 Minuten besiegt. Pacquiao gewann damit die Titel der IBO und von The Ring im Halbweltergewicht. Bei Douglas gegen Tyson dagegen kippte ein bis dahin einseitiger Kampf: Der Außenseiter Douglas dominierte große Teile und schickte den Weltmeister erstmals in dessen Karriere zu Boden.
Zeitangaben innerhalb einer Runde sind in den Quellen nicht immer einheitlich. Bei Douglas gegen Tyson etwa nennen die meisten Berichte 1:23 Minuten, eine Zeitung gibt eine Sekunde weniger an. Verlässlich ist deshalb vor allem die Runde.
★Hall of Fame★
Mike
Tyson
19852024
★Hall of Fame★
George
Foreman
19691997
★Hall of Fame★
Wladimir
Klitschko
19962017
★Hall of Fame★
Manny
Pacquiao
19952025
Ehrenplätze: knapp an den Top 10 vorbei
Drei Kämpfe haben es nicht in die Liste geschafft, verdienen aber eine Erwähnung.
Anthony Joshua gegen Francis Ngannou (08.03.2024, Riad). Joshua traf den früheren MMA-Champion in Runde 2 mit einer rechten Überhand, Ngannou war schon vorher mehrfach zu Boden gegangen. Mehr zu Joshua lesen Sie in seinem Profil.
Tyson Fury gegen Dillian Whyte (23.04.2022, Wembley). Fury verteidigte seinen WBC-Titel vor mehr als 94.000 Zuschauern. Ein rechter Aufwärtshaken in Runde 6 schickte Whyte zu Boden, Ringrichter Mark Lyson brach ab. Auch Fury haben wir in einem eigenen Profil beschrieben.
Wladimir Klitschko gegen Calvin Brock (11.11.2006, New York). Klitschko verteidigte im Madison Square Garden zum ersten Mal den IBF-Titel, den er zuvor von Chris Byrd gewonnen hatte. In Runde 7 ging Brock zu Boden, Ringrichter Wayne Kelly beendete den Kampf bei 2:10 Minuten. Mehr über die Brüder lesen Sie bei den Klitschkos.
Deutsche Bezüge: von Klitschko bis Kabayel
Deutsche Bezüge tauchen in der Liste an zwei Stellen auf: Wladimir Klitschko, ein Ukrainer, der viele Jahre für deutsche Promoter boxte, verlor 2017 gegen Joshua, und Agit Kabayel gewann 2025 in Riad gegen Zhilei Zhang. Dieser Kampf zeigt, wie Kabayel boxt: Er musste in Runde 5 den ersten Niederschlag seiner Karriere hinnehmen und stand wieder auf. In Runde 6 traf er Zhang zum Körper, Zhang ging auf die Knie, und der Ringrichter beendete den Kampf. Der Sieg brachte den WBC-Interimstitel.
Kabayel wurde am 27.06.2026 vom WBC zum vollwertigen Weltmeister ernannt. Kabayels nächster Kampf: am 28.11.2026 gegen Nelson Hysa (Merkur Spiel-Arena, Düsseldorf). Den Weg dorthin beschreiben wir im Beitrag Kabayels Weg zum WM-Titel. Weitere deutsche Weltmeister der Geschichte sind in der Übersicht der deutschen Boxweltmeister aufgeführt.
Wer sich für die Außenseitersiege der Schwergewichtsgeschichte interessiert, findet sie in unserem Beitrag zu den größten Upsets im Schwergewicht, darunter wieder Douglas gegen Tyson.
Häufige Fragen
Was ist der beste K.o. der Boxgeschichte?
Was ist der Unterschied zwischen K.o. und technischem K.o.?
Wer hat Mike Tyson ausgeknockt?
Wer hat Wladimir Klitschko ausgeknockt?
Gibt es einen deutschen K.o. in der Liste?
Wie lange zählt der Ringrichter aus?
Woher stammen die Videos?
Quellen
- ESPN: Mike Tyson career timeline
- ESPN Classic: Foreman gegen Frazier, Kingston 1973
- ESPN: Marquez gegen Pacquiao IV
- ESPN: Fury gegen Wilder 3, Ergebnisse
- BBC via Kyiv Post: Joshua stoppt Klitschko in Runde 11
- Sky Sports: Joshua gegen Klitschko
- Al Jazeera: Usyk gegen Dubois, 19.07.2025
- AP via News4Jax: Dubois retains IBF heavyweight title with 5th-round knockout of Joshua
- The Ring: Kabayel gegen Zhang
- WBC: Kabayel gegen Zhang
- CBS Sports: Wilder gegen Ortiz II
- The Ring: Pacquiao gegen Hatton
- Queensberry: Fury gegen Whyte
- Al Jazeera: Klitschko gegen Brock, 2006
- Fox News: Joshua gegen Ngannou
- Wissen.de: K.o. (Knock-out)
- Systematic review: Rotational head acceleration and traumatic brain injury in combat sports (PMC)
Veröffentlicht am 06.10.2026 · zuletzt geprüft am 08.10.2026 · So arbeiten wir


