★Hall of Fame★
George
Foreman
76–568 K.o.
19691997
3 WM-Gürtel · 2,4 Jahre Weltmeister · 3 Titelverteidigungen
Bilanzen nach öffentlichen Boxdatenbanken, Stand 13.10.2026. Wo Quellen abweichen, zeigen wir „–“ und erklären es im Text.
George Foreman auf einen Blick
George Foreman war einer der härtesten Schläger des Schwergewichts und mit 45 Jahren der älteste Schwergewichts-Weltmeister der Geschichte. Er wurde am 10.01.1949 in Marshall im US-Bundesstaat Texas geboren und starb am 21.03.2025 in einem Krankenhaus in Houston, 76 Jahre alt. Seine Profibilanz lautet 76 Siege und 5 Niederlagen, 68 der Siege kamen durch K.o.
Er gewann 1968 olympisches Gold, wurde 1973 Weltmeister und verlor 1974 gegen Muhammad Ali. Nach einer langen Pause kehrte er zurück und holte sich 1994 den Titel zurück. Ein zweites Leben führte er als Prediger und Unternehmer: Der „George Foreman Grill“ machte seinen Namen weltweit bekannt.
| Steckbrief | |
|---|---|
| Geboren | 10.01.1949 in Marshall, Texas |
| Gestorben | 21.03.2025 in Houston, 76 Jahre |
| Profibilanz | 81 Kämpfe: 76 Siege (68 K.o.), 5 Niederlagen |
| Olympia | Gold im Schwergewicht 1968, Mexiko-Stadt |
| Weltmeister | 1973 bis 1974, 1994 bis 1995 |
| Letzter Kampf | 22.11.1997 gegen Shannon Briggs |
| Kinder | zwölf, alle fünf Söhne heißen George |
Gut zu wissen: Manche Quellen nennen für den ältesten Schwergewichts-Weltmeister 46 Jahre. Das ist sein Alter bei der Aberkennung des IBF-Titels im Juni 1995, beim Titelgewinn am 05.11.1994 war er 45 Jahre und 299 Tage alt.
Olympiasieger 1968
Foreman wuchs im Fifth Ward von Houston auf und kam mit 16 Jahren zum Job Corps, einem staatlichen Ausbildungsprogramm. Dort lernte er das Boxen. Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt gewann er mit 19 Jahren Gold im Schwergewicht. Im Finale traf er auf Jonas Čepulis aus der Sowjetunion, den der Ringrichter in Runde zwei aus dem Kampf nahm. Die Bronzemedaillen gingen an Giorgio Bambini aus Italien und Joaquín Rocha aus Mexiko. Olympedia und das IOC führen Foreman als Olympiasieger.
Sein Profidebüt gab er 1969 mit einem K.o. in drei Runden gegen Donald Walheim in New York. Bis 1971 gewann er 32 Kämpfe in Folge, 29 davon durch K.o., und stand bei WBA und WBC als Herausforderer an erster Stelle. Zu den frühen Siegen gehörten die über Gregorio Peralta und George Chuvalo.
Weltmeister 1973: das Duell mit Frazier
Am 22.01.1973 trat Foreman in Kingston (Jamaika) gegen den Weltmeister Joe Frazier an, bei den Wettanbietern der klare Außenseiter. Er schickte Frazier sechsmal zu Boden, Ringrichter Arthur Mercante brach den Kampf in Runde zwei ab. Der Kampf steht in unserer Liste der besten K.o.s der Boxgeschichte. Foreman verteidigte den Titel danach am 01.09.1973 in Tokio gegen José Roman, den er in Runde eins ausschaltete, und am 26.03.1974 in Caracas gegen Ken Norton, ebenfalls durch Abbruch in Runde zwei.
Der Rumble in the Jungle
Am 30.10.1974 stand er in Kinshasa, im damaligen Zaire, Muhammad Ali gegenüber. Foreman war ungeschlagen und Titelträger, Ali gewann durch K.o. in Runde acht, nachdem er Foreman an den Seilen hatte schlagen lassen. Es war Foremans erste Profiniederlage, eine Revanche bekam er nie. Der Kampf ist einer der bekanntesten der Boxgeschichte, ausführlich beschrieben im Klassiker Rumble in the Jungle.
Foreman kehrte 1976 zurück. Am 24.01.1976 gewann er gegen Ron Lyle in einem wilden Kampf durch K.o. in Runde fünf, The Ring wählte ihn zum Kampf des Jahres. Am 15.06.1976 besiegte er Joe Frazier erneut, wieder durch Abbruch in Runde fünf.
Pause, Predigt und Comeback
Nach der Niederlage am 17.03.1977 gegen Jimmy Young nach Punkten stellte Foreman das Boxen ein. Eine formale Rücktrittserklärung gab es offenbar nicht, er hörte einfach auf zu kämpfen. Er wurde ordinierter Prediger und leitete ab 1980 die Church of the Lord Jesus Christ in Houston, zehn Jahre lang boxte er nicht.
1987 kündigte er mit 38 Jahren seine Rückkehr an. Am 09.03.1987 gewann er in Sacramento gegen Steve Zouski durch Abbruch in Runde vier, am 19.03.1988 gegen Dwight Muhammad Qawi in Runde sieben, am 15.01.1990 schlug er Gerry Cooney in Runde zwei aus. Am 19.04.1991 stand er in Atlantic City Evander Holyfield gegenüber, dem Weltmeister, und verlor einstimmig nach Punkten über zwölf Runden, ohne je am Boden zu sein. Am 07.06.1993 verlor er gegen Tommy Morrison nach Punkten um den vakanten WBO-Titel.
Die großen Kämpfe
| Datum | Gegner | Ergebnis | Was der Kampf brachte |
|---|---|---|---|
| 22.01.1973 | Joe Frazier | Sieg durch Abbruch in Runde 2, Kingston | Gewinn des Weltmeistertitels, sechs Niederschläge |
| 26.03.1974 | Ken Norton | Sieg durch Abbruch in Runde 2, Caracas | Titelverteidigung |
| 30.10.1974 | Muhammad Ali | Niederlage durch K.o. in Runde 8, Kinshasa | Rumble in the Jungle |
| 17.03.1977 | Jimmy Young | Niederlage nach Punkten | Ende der ersten Karriere |
| 19.04.1991 | Evander Holyfield | Niederlage nach Punkten (einstimmig) | Titelkampf gegen den Weltmeister |
| 05.11.1994 | Michael Moorer | Sieg durch K.o. in Runde 10, Las Vegas | Titelgewinn mit 45 Jahren |
| 22.04.1995 | Axel Schulz | Sieg nach Punkten (Mehrheit), Las Vegas | Letzte IBF-Verteidigung, umstrittenes Urteil |
| 22.11.1997 | Shannon Briggs | Niederlage nach Punkten (Mehrheit) | Letzter Kampf |
Der Titelgewinn mit 45
Am 05.11.1994 trat Foreman in Las Vegas gegen den Weltmeister Michael Moorer an. Er lag auf allen drei Karten zurück, bevor er Moorer in Runde zehn mit einem rechten Schlag auf das Kinn ausknockte. Er gewann damit die Titel von WBA und IBF und war der älteste Schwergewichts-Weltmeister der Geschichte. Den WBA-Gürtel gab er wieder ab, weil er nicht gegen den Pflichtherausforderer Tony Tucker antreten wollte. Zu den Titeln siehe den Überblick der Weltmeister.
Gegen Axel Schulz: das umstrittene Urteil
Am 22.04.1995 verteidigte Foreman den IBF-Titel in Las Vegas gegen den Deutschen Axel Schulz. Nach zwölf Runden gewann Foreman nach Mehrheitsentscheidung (114:114, 115:113, 115:113), unter Pfiffen des Publikums. Viele Beobachter sahen Schulz vorn. Die IBF ordnete einen Rückkampf in Deutschland an, Foreman lehnte ihn ab, und die IBF erkannte ihm im Juni 1995 den Titel ab. Schulz bekam im Dezember 1995 gegen Francois Botha seine nächste Chance. Mehr zu dem Kampf aus deutscher Sicht lesen Sie im Profil von Axel Schulz.
Das Ende der Karriere
Nach dem Verlust des Titels boxte Foreman noch zweimal gegen Crawford Grimsley (03.11.1996, Tokio, einstimmig nach Punkten) und Lou Savarese (26.04.1997, Atlantic City, geteilte Entscheidung). Am 22.11.1997 verlor er in Atlantic City gegen Shannon Briggs nach Mehrheitsentscheidung, in einem Ausscheidungskampf der WBC. Viele am Ring sahen Foreman vorn. Es war sein letzter Kampf, er war damals 48 Jahre alt. Ein geplanter Kampf gegen Larry Holmes kam nicht mehr zustande.
Die fünf Niederlagen
Foremans fünf Niederlagen verteilen sich auf mehr als zwei Jahrzehnte: 1974 gegen Muhammad Ali durch K.o. in Runde 8, 1977 gegen Jimmy Young nach Punkten, 1991 gegen Evander Holyfield nach Punkten, 1993 gegen Tommy Morrison nach Punkten und 1997 gegen Shannon Briggs nach Mehrheitsentscheidung. Vier davon gingen über die volle Distanz, nur die gegen Ali endete vorzeitig. Gegen Holyfield und Morrison, die ihn nicht ausknocken konnten, zeigte der alte Foreman seine Nehmerqualitäten, die er in den 1970ern nie hatte beweisen müssen.
Der Signature-Stil
Foremans Stil beruhte auf Wucht. Er gewann 68 seiner 76 Profikämpfe vorzeitig, das entspricht einer K.o.-Quote von rund 89 Prozent. The Ring wählte ihn 2002 unter die 25 größten Boxer der vergangenen 80 Jahre und führte ihn 2003 auf Platz neun der Liste der härtesten Schläger aller Zeiten. Mit diesen Eigenschaften schaltete er Frazier und Norton innerhalb von zwei Runden aus. Er setzte die Gegner mit Druck unter Schläge und traf mit Haken und dem rechten Aufwärtshaken. Gegen Frazier 1973 kam der letzte von sechs Niederschlägen durch einen rechten Aufwärtshaken.
Im Kampf gegen Ali, der Schläge an den Seilen aufnahm („Rope-a-dope“), verlor Foreman in Runde acht durch K.o. Gegen Moorer 1994 fiel die Entscheidung dagegen mit einem einzigen späten Schlag in Runde zehn.
Nach dem Boxen: Grill, Kanzel und Familie
Außerhalb des Rings wurde Foreman durch den „George Foreman Grill“ bekannt, der nach den Quellenangaben mehr als 100 Millionen Mal verkauft wurde. 1999 verkaufte er die Vermarktungsrechte für 138 Millionen US-Dollar an die Firma Salton. Als Fernsehkommentator arbeitete er nach seiner Karriere für HBO.
Foreman war mehrfach verheiratet, seit 1985 mit Mary Joan Martelly. Zu seinen zwölf Kindern zählen fünf Söhne, die alle George Edward Foreman heißen, mit den Zusätzen Junior, III, IV, V und VI.
George Foreman: Todesursache, Tod und Nachruf
Foreman starb am 21.03.2025 im Alter von 76 Jahren. Die Familie machte den Tod auf seinem Instagram-Konto öffentlich und schrieb, er sei friedlich im Kreis seiner Angehörigen gestorben. Eine Todesursache nannte sie nicht, und auch in den Nachrufen von CBS News und NBC News fehlt eine Angabe. Berichte unterscheiden sich außerdem darin, ob er in einem Krankenhaus oder zu Hause starb. Weitere Angaben gibt es bislang nicht.
Der Film „Big George Foreman“ und das Vermögen
2023 kam sein Leben als Spielfilm in die Kinos: „Big George Foreman“ unter der Regie von George Tillman Jr., mit Khris Davis in der Hauptrolle und Forest Whitaker als Trainer Doc Broadus, Kinostart in den USA am 28.04.2023.
Zum Vermögen gibt es keine verlässlichen Zahlen. Verbreitet sind Schätzungen aus der Presse und von Promi-Webseiten, die weit auseinanderliegen. Belegt ist nur der Verkauf der Namensrechte für den Grill 1999 über 138 Millionen US-Dollar.
Einordnung
Ranglisten führen Foreman unter den besten Schwergewichtlern. Er gehört der International Boxing Hall of Fame und der World Boxing Hall of Fame an. Seine Karriere hatte zwei Hälften: zuerst der Zerstörer, der Frazier und Norton in je zwei Runden erledigte, zwei Jahrzehnte später der Mann, der mit einem einzigen Schlag noch einmal Weltmeister wurde. Weitere Namen finden Sie in der Hall of Fame der Legenden, mehr zu Rekorden und Bilanzen in der Statistik. Die Geschichte des Schwergewichts im Kontext erzählt das Profil von Muhammad Ali. Als Foreman ab 1987 zurückkehrte, beherrschte Mike Tyson die Division, und die Außenseiter dieser Jahrzehnte stehen in unserem Beitrag zu den größten Upsets im Schwergewicht.
Häufige Fragen
Woran starb George Foreman?
Wie lautet die Profibilanz von George Foreman?
Wie wurde Foreman mit 45 Weltmeister?
Wer besiegte George Foreman im „Rumble in the Jungle“?
Warum hörte Foreman 1977 mit dem Boxen auf?
Hat George Foreman Olympia gewonnen?
Warum verlor Foreman 1995 den IBF-Titel?
Wie viele Kinder hatte George Foreman?
Was ist der George Foreman Grill?
Quellen
- Olympedia: George Foreman
- Olympics.com: George Foreman
- Olympics.com: Boxing legend George Foreman dies aged 76
- Jamaica Observer: Boxing legend George Foreman dead at 76 (21.03.2025)
- WOWT/AP: Heavyweight champion George Foreman dead at 76 years old, family says (22.03.2025)
- Boxing Only: George Foreman vs. Axel Schulz, 22.04.1995
- Boxing News: George Foreman avoided one heavyweight
- CBS News: George Foreman, boxing legend and entrepreneur, dies at 76
- NBC News: George Foreman, heavyweight boxing champion, dies at 76
- Deadline: Big George Foreman review (28.04.2023)
- DAZN: Big George Foreman, release date and plot
- ESPN: The Thrilla in Manila (Hintergrund zu Ali)
Veröffentlicht am 29.09.2026 · zuletzt geprüft am 14.10.2026 · So arbeiten wir



