★Hall of Fame★
Muhammad
Ali
56–537 K.o.
19601981
2 WM-Gürtel · 7,3 Jahre Weltmeister · 19 Titelverteidigungen
Bilanzen nach öffentlichen Boxdatenbanken, Stand 13.10.2026. Wo Quellen abweichen, zeigen wir „–“ und erklären es im Text.
Muhammad Ali auf einen Blick
Muhammad Ali wurde am 17. Januar 1942 in Louisville, Kentucky, als Cassius Marcellus Clay Jr. geboren. Er gewann 1960 Olympia-Gold, wurde als Profi dreimal Weltmeister im Schwergewicht und starb am 3. Juni 2016 in Scottsdale, Arizona, im Alter von 74 Jahren. Seine Profibilanz lautet 56 Siege und 5 Niederlagen, 37 der Siege kamen durch K.o.
Bekannt ist er auch für Dinge jenseits der Bilanz: den Kampf gegen George Foreman 1974 in Kinshasa, die Weigerung, in den Militärdienst zu gehen, und die Rückkehr nach der Sperre.
| Steckbrief | |
|---|---|
| Geboren | 17.01.1942 in Louisville, Kentucky (als Cassius Marcellus Clay Jr.) |
| Gestorben | 03.06.2016 in Scottsdale, Arizona |
| Gewichtsklasse | Schwergewicht (als Amateur Halbschwergewicht) |
| Profibilanz | 56 Siege, 5 Niederlagen (37 K.o.-Siege), 61 Kämpfe |
| Olympia | Gold 1960 in Rom |
| Titel | Dreimal Weltmeister im Schwergewicht (1964, 1974, 1978) |
| Profidebüt | 29.10.1960 in Louisville, Sieg über sechs Runden gegen Tunney Hunsaker |
| Letzter Kampf | 11.12.1981 in Nassau, Niederlage gegen Trevor Berbick |
Vom Amateur zum Olympiasieger
Als Cassius Clay gewann er 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom Gold im Halbschwergewicht. Danach wechselte er ins Profilager. Sein erster Profikampf fand am 29.10.1960 in Louisville statt, er gewann über sechs Runden gegen Tunney Hunsaker.
Seine Amateurbilanz wird in den Quellen unterschiedlich beziffert, sicher ist das Olympia-Gold.
Der Aufstieg: Liston und der Namenswechsel
Am 25.02.1964 besiegte Clay in Miami Sonny Liston und wurde Weltmeister im Schwergewicht. Liston trat zur siebten Runde nicht mehr an, offiziell zählt der Kampf als technischer K.o. in Runde 7. Am nächsten Tag, dem 26.02.1964, gab Clay seine Zugehörigkeit zur Nation of Islam bekannt. Zuerst nannte er sich Cassius X, dann Muhammad Ali.
Den Rückkampf gegen Liston gewann Ali am 25.05.1965 in Lewiston, Maine, durch K.o. in Runde 1. Gegen Ernie Terrell verteidigte er seinen Titel am 06.02.1967 in Houston nach 15 Runden nach Punkten. Es war sein vorletzter Kampf vor der Sperre.
Die Sperre ab 1967
Im April 1967 wurde Ali zum Militärdienst eingezogen und weigerte sich. Er verlor fast sofort Titel und Boxlizenz. Sein Comeback gab er im Oktober 1970 gegen Jerry Quarry, mehr als drei Jahre nach dem Ende seiner Titelzeit. Der Kampf gegen Frazier 1971 gilt als Alis große Rückkehr.
Die großen Kämpfe
| Datum | Gegner | Ergebnis | Was der Kampf brachte |
|---|---|---|---|
| 25.02.1964 | Sonny Liston | Sieg durch Abbruch in Runde 7 (Miami) | Erster Weltmeistertitel im Schwergewicht |
| 25.05.1965 | Sonny Liston | Sieg durch K.o. in Runde 1 (Lewiston) | Titelverteidigung im Rückkampf |
| 06.02.1967 | Ernie Terrell | Sieg nach Punkten (15 Runden, Houston) | Vorletzte Titelverteidigung vor der Sperre |
| 08.03.1971 | Joe Frazier | Niederlage nach Punkten (einstimmig, 15 Runden, New York) | „Fight of the Century“, erste Profiniederlage |
| 31.03.1973 | Ken Norton | Niederlage nach Punkten (12 Runden, San Diego) | Zweite Niederlage, Verlust des NABF-Titels |
| 30.10.1974 | George Foreman | Sieg durch K.o. in Runde 8 (Kinshasa) | Rumble in the Jungle, Rückgewinn des Titels |
| 01.10.1975 | Joe Frazier | Sieg durch Aufgabe der Ecke vor Runde 15 (Manila) | „Thrilla in Manila“ |
| 15.02.1978 | Leon Spinks | Niederlage nach Punkten (15 Runden, Las Vegas) | Titelverlust gegen einen Boxer mit sieben Profikämpfen |
| 15.09.1978 | Leon Spinks | Sieg nach Punkten (einstimmig, 15 Runden, New Orleans) | Dritter Titel im Schwergewicht |
| 02.10.1980 | Larry Holmes | Niederlage durch Abbruch nach Runde 10 (Las Vegas) | Zweiter Titelversuch, Ecke beendet den Kampf |
| 11.12.1981 | Trevor Berbick | Niederlage nach Punkten (10 Runden, Nassau) | Letzter Kampf |
Rundenangaben unterscheiden sich in den Quellen mitunter, etwa beim Holmes-Kampf (Abbruch nach Runde 10 oder vor Runde 11).
Ali gegen Foreman, der Rumble in the Jungle
Der berühmteste Kampf seiner Karriere fand am 30.10.1974 in Kinshasa statt. Ali war 32 Jahre alt, Foreman 25 und ungeschlagen. Ali gewann durch K.o. in Runde 8, nachdem er Foreman mit der später „Rope-a-dope“ genannten Taktik hatte schlagen lassen. Details und Quellen finden Sie auf der Seite zum Rumble in the Jungle.
Der Kampf des Jahrhunderts und die Trilogie mit Frazier
Der erste Kampf gegen Joe Frazier am 08.03.1971 im Madison Square Garden ging über 15 Runden. Frazier gewann einstimmig, erstmals hatte Ali verloren. Der dritte Kampf der beiden, der „Thrilla in Manila“ am 01.10.1975, endete damit, dass Fraziers Ecke vor Runde 15 aufgab. Fraziers Trainer Eddie Futch bat den Ringrichter, den Kampf abzubrechen. Ali selbst soll vor Runde 15 gesagt haben, dass er nicht mehr weitermachen könne.
Der dritte Titel: Spinks 1978
Am 15.02.1978 verlor Ali in Las Vegas seinen Titel an Leon Spinks, der erst sieben Profikämpfe hinter sich hatte. Am 15.09.1978 holte er ihn sich im Rückkampf im Superdome von New Orleans zurück. Er gewann einstimmig nach 15 Runden und war damit der erste Boxer, der dreimal Weltmeister im Schwergewicht wurde.
Ali in Deutschland: Mildenberger 1966
Für deutsche Fans ist ein Abend besonders: Am 10.09.1966 verteidigte Ali im Frankfurter Waldstadion seinen Titel gegen den Deutschen Karl Mildenberger. Es war nach Berichten das erste Mal, dass in Deutschland ein Kampf um die Schwergewichts-Weltmeisterschaft stattfand. Mildenberger war zudem der erste Linksausleger, der um den Schwergewichtstitel boxen durfte.
Ali gewann durch Abbruch in Runde 12. Nach den Berichten ging Mildenberger mehrfach zu Boden, ein Cut über dem linken Auge behinderte ihn zusätzlich. Nach SPORT1 waren es 35.000 Zuschauer. Für Ali war es die sechste Titelverteidigung seit 1964. Mehr über die Entwicklung des deutschen Boxens lesen Sie im Beitrag zu den deutschen Boxweltmeistern.
Die drei Titelgewinne im Überblick
| Titelgewinn | Datum | Gegner | Ort |
|---|---|---|---|
| Erster Titel | 25.02.1964 | Sonny Liston | Miami |
| Zweiter Titel | 30.10.1974 | George Foreman | Kinshasa |
| Dritter Titel | 15.09.1978 | Leon Spinks | New Orleans |
Zwischen dem ersten und dem zweiten Titel lag die Sperre, zwischen dem zweiten und dritten die Niederlage gegen Spinks. Jedes Mal holte Ali den Titel zurück und war so der erste Boxer mit drei Titelzeiten im Schwergewicht. Wie ein Titelkampf heute bewertet wird, erklärt unsere Seite zu den Weltverbänden.
Der Signature-Stil
Ali war für einen Schwergewichtler ungewöhnlich beweglich und schnell. Das gilt seit seinen frühen Kämpfen als sein Markenzeichen. In Kinshasa wechselte er den Stil: Er lehnte sich an die Seile, deckte sich ab und ließ Foreman schlagen. Diese Taktik, „Rope-a-dope“, zermürbte den jüngeren Gegner. Hier gewann Ali mit Geduld statt mit Tempo.
Ob Ali die Taktik gezielt vorbereitet oder spontan eingesetzt hat, ist in den Berichten nicht eindeutig. Einigkeit herrscht darüber, dass sie in Runde 2 begann und bis Runde 8 trug. Ausführlich beschreibt der Beitrag zum Rumble in the Jungle den Ablauf.
Die letzten Kämpfe und das Karriereende
Am 02.10.1980 trat Ali in Las Vegas gegen Larry Holmes an und verlor, als seine Ecke den Kampf beendete. Der letzte Kampf folgte am 11.12.1981 in Nassau auf den Bahamas gegen Trevor Berbick. Ali verlor nach zehn Runden einstimmig und beendete danach seine Laufbahn. Die fünf Niederlagen verteilen sich auf fünf Gegner: Frazier, Norton, Spinks, Holmes und Berbick.
Die Bilanz im Detail
Ali bestritt 61 Profikämpfe. Er gewann 56 davon, 37 durch K.o. oder Abbruch. Die übrigen 19 Siege kamen auf anderem Weg. Von den fünf Niederlagen kamen vier nach Punkten (Frazier, Norton, Spinks, Berbick) und eine durch Abbruch der Ecke (Holmes). Kein Gegner hat Ali in seiner ganzen Karriere ausgezählt.
Ähnliche Zahlen für deutsche Champions finden Sie auf unserer Statistik-Seite.
Ehrungen
Seine Weigerung, in den Krieg zu ziehen, und die jahrelange Sperre machten Ali zur Figur der amerikanischen Bürgerrechts- und Antikriegsbewegung. Seine Reden und Reime dienten späteren Sportstars als Vorbild. Seine Kämpfe sind in Dokumentationen, Büchern und im Film „When We Were Kings“ festgehalten. Norman Mailers Buch „The Fight“ (1975) gilt als eines der besten Werke der Boxliteratur.
Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta entzündete er das Olympische Feuer. 1999 wählte ihn Sports Illustrated zum „Sportsman of the Century“, 2005 erhielt er die Presidential Medal of Freedom. Er gehört außerdem der International Boxing Hall of Fame an.
Parkinson: Alis Krankheit nach der Karriere
1984 gab Ali bekannt, dass er an Parkinson erkrankt ist. Er lebte danach mehr als drei Jahrzehnte mit der Krankheit und trat dennoch öffentlich auf: 1996 entzündete er das Olympische Feuer, beim Oscar-Abend am 24.03.1997 stand er mit den Machern der Dokumentation „When We Were Kings“ auf der Bühne, die den Kampf in Kinshasa behandelt. George Foreman half ihm dabei die Stufen hinauf.
Muhammad Ali heute: Tod und Todesursache
Muhammad Ali ist am 03.06.2016 gestorben, er wurde 74 Jahre alt. Am Vortag war er wegen Atemproblemen ins Krankenhaus gekommen. Als Todesursache nannte der Familiensprecher einen septischen Schock infolge nicht näher benannter natürlicher Ursachen. Parkinson wurde nicht als Todesursache genannt, auch wenn die Krankheit sein Leben seit 1984 prägte.
Alis Kinder
Muhammad Ali hatte nach Angaben des Muhammad Ali Center und weiterer Familienporträts neun Kinder: Maryum, Jamillah, Rasheda, Muhammad Ali Jr., Khaliah, Miya, Laila, Hana und Asaad. Sie stammen aus verschiedenen Beziehungen und Ehen. Seit dem 19.11.1986 war Ali mit Lonnie Ali verheiratet.
Bedeutung für das Schwergewicht
Wer die Geschichte des Schwergewichtstitels nachlesen möchte, findet bei Max Schmeling den ersten deutschen Schwergewichts-Weltmeister, bei Mike Tyson den jüngsten Titelträger der Schwergewichtsgeschichte und im Beitrag zu den größten Upsets im Schwergewicht weitere Kämpfe, in denen der Außenseiter gewann. Weitere Namen aus Deutschland stellen wir in der Hall of Fame vor.
Häufige Fragen
Wie viele Kämpfe hat Muhammad Ali verloren?
Wie hieß Muhammad Ali vorher?
Warum wurde Muhammad Ali gesperrt?
Woran starb Muhammad Ali?
Wie viele Kinder hatte Muhammad Ali?
Welche Krankheit hatte Muhammad Ali?
Was war der Rumble in the Jungle?
Hatte Ali olympisches Gold?
Wann hat Ali seinen letzten Kampf bestritten?
Quellen
- Biography.com: Muhammad Ali
- Boston Globe: Muhammad Ali's fight-by-fight record (04.06.2016)
- Big Fight Weekend: Muhammad Ali's 5 losses explained
- Muhammad Ali Center: Roadwork to the Rumble
- History.com: Ali battles Frazier for heavyweight championship
- ESPN: The Thrilla in Manila
- The Ring: Ali avenges Spinks defeat, claims third heavyweight title
- History.com: Clay knocks out Liston, 25.02.1964
- Boxing News: Muhammad Ali remembered, original Rumble in the Jungle ringside report
- SPORT1: Ehemaliger Ali-Gegner Karl Mildenberger gestorben (2018)
- Daily Telegraph: Karl Mildenberger obituary (11.10.2018)
- Congressional Record: Würdigung Muhammad Alis (Olympisches Feuer 1996, Sportsman of the Century 1999)
- Film Forum: When We Were Kings
- CBS News: Septic shock, the end-game medical condition that claimed Muhammad Ali
- PBS NewsHour: Muhammad Ali died from septic shock, family spokesman says
- Muhammad Ali Center: In His Corner (Familie)
- Yahoo Lifestyle: All about Muhammad Ali's 9 children
Veröffentlicht am 16.09.2026 · zuletzt geprüft am 13.10.2026 · So arbeiten wir




