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BOXWETTEN.de
Ringrichter zählt einen angeschlagenen Boxer an, Gegner in neutraler Ecke (mit AI erstelltes Bild)
AIMit AI erstelltes Bild
Wissen · Ring, Runden, Wertung

Boxregeln einfach erklärt: Runden, K.o., Punktwertung und Fouls

Wie lange dauert ein Kampf, wann wird angezählt, was ist ein technischer K.o.? Die wichtigsten Regeln des Profiboxens, mit einem interaktiven Ring zum Entdecken.

Profiboxen der MännerDetails regeln die Verbände
Interaktiv

Der Ring von oben

Erkunden Sie den Ring: Tippen Sie auf eine Markierung. Im Quiz-Modus fragen wir sechs Teile ab.

Tippen Sie auf eine Zahl

Jede Markierung erklärt einen Teil des Rings.

Die Regeln

Runden und Kampfdauer

Kämpfe um nationale oder kontinentale Titel und Aufbaukämpfe sind kürzer, oft 4, 6, 8 oder 10 Runden. Wird ein Kampf nicht vorzeitig beendet, entscheiden die Punktrichter.

Ein WM-Kampf der Männer
12Rundenhöchstens
3 Min.pro Runde1 Minute Pause dazwischen
36 Min.reine Kampfzeitwenn er über die Distanz geht
Die nächsten WM-Kämpfe über 12 RundenAlle Termine

Wie ein Kampf enden kann

K.o.Knockout

Ein Boxer geht zu Boden und kann nicht innerhalb des Anzählens bis zehn weiterkämpfen.

T.K.o.Technischer K.o.

Ringrichter, Ringarzt oder die Ecke beenden den Kampf, weil sich ein Boxer nicht mehr verteidigen kann.

TDTechnische Entscheidung

Nach einer unabsichtlichen Verletzung, etwa durch einen Kopfstoß, entscheiden ab einer bestimmten Runde die Punktzettel.

DQDisqualifikation

Bei schweren oder wiederholten Regelverstößen.

PunktePunktentscheidung

Einstimmig, Mehrheit oder geteilt. Auch ein Unentschieden ist möglich.

Genau diese Ausgänge finden sich in den Wettmärkten der GGL wieder, etwa bei der Siegmethode.

Erlaubt und verboten

  • ✓
    Erlaubt

    Schläge mit der geschlossenen Faust auf Vorderseite und Seiten von Kopf und Oberkörper oberhalb der Gürtellinie.

  • ✕
    Tiefschlag

    Schläge unterhalb der Gürtellinie.

  • ✕
    Kopfstoß, Ellbogen, Schulter

    Jeder Einsatz außer der Faust ist verboten.

  • ✕
    Hinterkopf und Nacken

    Schläge auf den Hinterkopf oder in den Nacken.

  • ✕
    Halten und Schlagen, nach dem Gong, am Boden

    Festhalten und zugleich schlagen, nach dem Rundengong oder auf einen Boxer am Boden.

Der Ringrichter

  1. „Break“Er trennt die Boxer im Clinch und gibt mit „Box“ den Kampf frei.
  2. Neutrale EckeNach einem Niederschlag schickt er den stehenden Boxer in die neutrale Ecke und zählt an.
  3. Verwarnung, Abzug, DQBei Fouls kann er verwarnen, einen Punkt abziehen oder bei schweren Verstößen disqualifizieren.
  4. AbbruchEr kann den Kampf jederzeit beenden und den Ringarzt holen. Die Punktrichter am Ringrand greifen nicht ein.
Das Anzählen
12345678910
Steht der Boxer bis „zehn“ nicht kampfbereit, ist es ein K.o. Wie viele Niederschläge pro Runde erlaubt sind, regelt der Verband.

Woher die Regeln kommen

Die Grundform des modernen Boxens stammt aus England. Das Regelwerk, das der Autor John Graham Chambers verfasste und das 1867 unter dem Namen des Marquess of Queensberry erschien, verlangte Handschuhe, Runden von drei Minuten mit einer Minute Pause und ein Anzählen bis zehn: Wer nach einem Niederschlag nicht ohne Hilfe aufstand, verlor. Damit löste es die Regeln der Bare-Knuckle-Zeit ab. Über die Jahre kamen Gewichtsklassen, Ringärzte und Kommissionen hinzu, aber die Taktung aus Runde, Pause und Zehnersekunden ist bis heute erkennbar.

Die zwölf Runden eines WM-Kampfs sind dagegen jünger. Lange wurden Titelkämpfe über 15 Runden geboxt. Nach dem Tod von Duk Koo Kim, der im November 1982 gegen Ray Mancini kämpfte, beschloss der WBC im Dezember 1982, WM-Kämpfe ab 1983 auf 12 Runden zu begrenzen. Der WBC verwies auf Verletzungsdaten aus den Schlussrunden. WBA und IBF folgten Ende der 1980er Jahre. Deshalb sehen Sie in Kampfarchiven aus der Zeit davor noch Rundenzahlen, die es heute nicht mehr gibt.

Wie ein Punktrichter rechnet

Jeder der drei Punktrichter füllt für jede Runde einen eigenen Zettel aus. Nach dem 10-Punkte-Muss-System bekommt der Rundensieger 10 Punkte, der Unterlegene 9 oder weniger. Ein Niederschlag kostet den Getroffenen in der Regel einen weiteren Punkt, die Runde endet dann 10:8. Ein Punktabzug nach einem Foul wird ebenfalls vom Zettel abgezogen. Eine Runde, die genau gleich war, kann 10:10 gewertet werden, das kommt aber selten vor.

Ein Zahlenbeispiel: Ein Boxer gewinnt in einem Zwölf-Runden-Kampf sieben Runden, sein Gegner fünf, ohne Niederschlag. Der Zettel lautet dann 115:113, denn 7 mal 10 plus 5 mal 9 ergibt 115, und 5 mal 10 plus 7 mal 9 ergibt 113. Lag der Gegner in einer der sieben verlorenen Runden am Boden, rutscht er auf 112 Punkte: 115:112. Das knappe Ergebnis auf dem Papier sagt also wenig darüber, wie eng der Kampf wirklich war.

Weil drei Zettel zählen, gibt es mehrere Arten des Punktsiegs:

  • einstimmig, wenn alle drei Punktrichter denselben Boxer vorn sehen,
  • mehrheitlich, wenn zwei ihn vorn sehen und der dritte ein Unentschieden wertet,
  • geteilt, wenn zwei für den einen und einer für den anderen Boxer werten,
  • unentschieden, wenn sich die Zettel aufheben oder alle gleich stehen (möglich sind auch Mehrheits-Unentschieden).

Für Wettende ist das wichtig, weil der Markt „Entscheidung nach Punkten“ nur dann auszahlt, wenn der Kampf über die Distanz geht, und weil bei einem Abbruch das Regelwerk des Verbands entscheidet, ob Zettel zählen. Die Wertung selbst können Sie unter Punktrichter spielen üben.

Wenn der Kampf vorzeitig endet

Nicht jeder Kampf geht über die Distanz. Bricht der Ringrichter ab, weil sich ein Boxer nicht mehr sinnvoll verteidigt, ist das ein technischer K.o. Dasselbe gilt, wenn der Ringarzt eine Verletzung für zu schwer hält oder die Ecke das Handtuch wirft. Eine Disqualifikation folgt nach wiederholten oder absichtlichen Fouls, etwa Tiefschlägen oder Kopfstößen.

Anders liegt der Fall bei einer Verletzung durch einen unabsichtlichen Kopfstoß. Endet der Kampf deswegen früh, wird er bei den großen Verbänden als „No Contest“ gewertet, also ohne Sieger. Passiert es später, meist nach der vierten Runde, entscheiden die Zettel bis zum Abbruch: eine technische Entscheidung. Für die Abrechnung von Rundenwetten und Siegmethoden macht dieser Unterschied viel aus.

Gut zu wissen: Die Details, etwa ab welcher Runde eine technische Entscheidung greift oder ob die Drei-Niederschläge-Regel gilt, unterscheiden sich je nach Verband und Kommission. Maßgeblich ist das Regelwerk des jeweiligen Kampfes. Geboxt wird in 17 Gewichtsklassen, die Titel vergeben vor allem die vier Weltverbände.

Häufige Fragen

Fragen zu den Boxregeln

Wie lange dauert ein Boxkampf?

Ein WM-Kampf der Männer geht über maximal 12 Runden à 3 Minuten mit je einer Minute Pause, also höchstens 36 Minuten reine Kampfzeit. Viele Kämpfe enden vorher durch K.o. oder technischen K.o.

Wie viele Runden hat ein Boxkampf?

WM-Kämpfe der Männer gehen über 12 Runden. Kämpfe um kleinere Titel oder Aufbaukämpfe haben oft 4, 6, 8 oder 10 Runden.

Was ist der Unterschied zwischen K.o. und technischem K.o.?

Beim K.o. kann ein Boxer nach einem Niederschlag nicht innerhalb des Anzählens weiterkämpfen. Beim technischen K.o. bricht der Ringrichter (oder der Ringarzt oder die Ecke) den Kampf ab, weil ein Boxer sich nicht mehr ausreichend verteidigen kann.

Was ist eine technische Entscheidung?

Muss ein Kampf nach einer unabsichtlichen Verletzung, etwa durch einen Kopfstoß, abgebrochen werden, entscheiden ab einer bestimmten Runde die bisherigen Punktzettel. Die genaue Runde regeln die Verbände.

Wie wird ein Boxkampf gewertet?

Drei Punktrichter vergeben pro Runde 10 Punkte an den Sieger der Runde und 9 oder weniger an den Verlierer. Wie das genau funktioniert, können Sie unter Punktrichter spielen ausprobieren.