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Illustration: Ausrüstung als Stillleben, Sinnbild für Henry Maske (mit AI erstelltes Bild)
AIMit AI erstelltes Bild
Legende · Halbschwergewicht

Henry Maske: Bilanz, letzter Kampf, Song und was er heute macht

Olympiasieger für die DDR, danach IBF-Weltmeister im Halbschwergewicht: Henry Maske gewann 31 von 32 Profikämpfen und prägte das deutsche Fernseh-Boxen der 1990er Jahre.

Stand 13.10.2026Redaktion boxwetten.deKeine Wettwerbung
31Profisiege in 32 Kämpfen
10IBF-Titelverteidigungen
1988Olympia-Gold in Seoul
1Niederlage als Profi
Henry MaskeIBF-Weltmeister im Halbschwergewicht 1993–1996
35 %K.o.-Quote
Siege
31
davon K.o.
11
Niederlagen
1
Unentschieden
0
IBF

1 WM-Gürtel · 3,7 Jahre Weltmeister · 10 Titelverteidigungen

Halbschwergewicht · Profikämpfe: 32 · Karriere: 1990–1996, Comeback-Kampf 2007

Bilanzen nach öffentlichen Boxdatenbanken, Stand 13.10.2026. Wo Quellen abweichen, zeigen wir „–“ und erklären es im Text.

Henry Maske auf einen Blick

Henry Maske ist einer der bekanntesten deutschen Boxer der 1990er Jahre. Er wurde 1964 in Treuenbrietzen geboren, gewann 1988 für die DDR olympisches Gold und war von 1993 bis 1996 IBF-Weltmeister im Halbschwergewicht. Von 32 Profikämpfen gewann er 31.

Seine Kämpfe liefen bei RTL zur Hauptsendezeit und erreichten ein Millionenpublikum.

Steckbrief
Geboren06.01.1964 in Treuenbrietzen
GewichtsklasseHalbschwergewicht (als Amateur auch Mittelgewicht)
Profibilanz31 Siege (11 durch K.o.), 1 Niederlage, 32 Kämpfe (nach BoxRec)
TitelIBF-Weltmeister im Halbschwergewicht, 20.03.1993 bis 23.11.1996
Titelverteidigungen10
Aktive Jahre1990 bis 1996, Comeback-Kampf 2007
Beiname„Gentleman“

Gut zu wissen: Nach BoxRec gewann Maske 31 seiner 32 Profikämpfe, elf davon durch K.o., und verlor einmal.

Amateurkarriere: Olympiasieger der DDR

Maske begann als Kind in Ludwigsfelde mit dem Boxen. In seiner Jugend trainierte ihn von 1972 bis 1978 Hans Hörnlein bei der BSG Motor Ludwigsfelde. Später wechselte er zum ASK Vorwärts Frankfurt (Oder), wo Manfred Wolke und Dietrich Bleck seine Trainer waren. Mit Wolke verbindet ihn auch der Stil, der unten beschrieben wird.

Als Amateur boxte Maske für die DDR und wurde fünfmal DDR-Meister. Seine internationale Laufbahn begann mit dem Europameistertitel 1985, den er 1987 und 1989 wiederholte. 1986 gewann er bei der Weltmeisterschaft Silber im Mittelgewicht. Seine Amateurbilanz lautet 163 Siege in 181 Kämpfen.

Der größte Erfolg folgte 1988: Bei den Olympischen Spielen in Seoul gewann er Gold im Mittelgewicht. Ein Jahr später wurde er in der höheren Klasse, dem Halbschwergewicht, Weltmeister der Amateure. Für diese Leistungen erhielt er in der DDR den Vaterländischen Verdienstorden in Gold. Danach wechselte er ins Profilager.

Einordnung: Halbschwergewicht und IBF

Das Halbschwergewicht liegt im Profiboxen zwischen Supermittelgewicht und Cruisergewicht. Ein Weltmeistertitel wird in dieser Klasse wie bei den anderen Männer-Weltverbänden über zwölf Runden zu je drei Minuten ausgekämpft. Die IBF ist einer der vier großen Verbände neben WBA, WBC und WBO.

Maskes Zeit als Champion fällt in eine Phase, in der das Halbschwergewicht in Deutschland stark besetzt war. Dariusz Michalczewski hielt von 1994 bis 2003 den WBO-Titel dieser Klasse, und Graciano Rocchigiani, Maskes Gegner von 1995, boxte 1998 um den vakanten, später umstrittenen WBC-Titel.

Der Weg zum WM-Titel

Nach der Wende unterschrieb Maske im Frühjahr 1990 beim Promoter Wilfried Sauerland und bestritt noch im selben Jahr seinen ersten Profikampf. Zuvor hatte er auch mit Klaus-Peter Kohl gesprochen, der später Rocchigianis Manager wurde. Seine Kämpfe übertrug RTL.

Drei Jahre nach dem Debüt stand er im Ring gegen Charles Williams, um den IBF-Titel im Halbschwergewicht. In der Düsseldorfer Philipshalle sahen am 20.03.1993 rund 6.200 Zuschauer, wie er einstimmig nach Punkten gewann und Weltmeister wurde. Im Schnitt verfolgten 3,1 Millionen Menschen den Kampf im Fernsehen.

In diesem Jahr wurde er auch zum Sportler des Jahres gewählt. Das Halbschwergewicht war seine Profiklasse, mehr dazu in der Übersicht der Gewichtsklassen. Die IBF gehört zu den vier großen Weltverbänden.

Die großen Kämpfe

DatumGegnerErgebnisWas der Kampf brachte
20.03.1993Charles WilliamsSieg nach Punkten (einstimmig), DüsseldorfGewinn des IBF-Titels
08.10.1994Iran BarkleySieg durch Aufgabe nach Runde 9, Halle (Westfalen)Titelverteidigung gegen einen früheren Weltmeister
27.05.1995Graciano RocchigianiSieg nach Punkten (einstimmig), DortmundDeutsches Duell um den Titel, riesiges TV-Publikum
14.10.1995Graciano RocchigianiSieg nach Punkten (einstimmig), MünchenZweites Duell, größte Einschaltquote seiner Karriere
23.11.1996Virgil HillNiederlage nach Punkten (geteilt), MünchenEinzige Profiniederlage, Titelverlust und Rücktritt
31.03.2007Virgil HillSieg nach Punkten (einstimmig, 12 Runden), MünchenEinmaliges Comeback, Revanche für die Niederlage

Maske gegen Rocchigiani

Der Kampf von 1995 in der Dortmunder Westfalenhalle gilt als sein bekanntester. Graciano Rocchigiani war selbst ein früherer Weltmeister, beide stammten aus Deutschland, und die Begegnung zog ein sehr großes Fernsehpublikum an: Im Schnitt sahen 13,18 Millionen Menschen zu, in der Halle waren es rund 13.000.

Maske gewann einstimmig, die Entscheidung gilt allerdings als umstritten. Rocchigiani soll den Weltmeister gegen Ende mehrfach angeschlagen haben. Auch ein Bildbericht von t-online beschreibt den Kampf als einen, in dem Rocchigiani den bis dahin ungeschlagenen Maske an den Rand der Niederlage brachte. Einzelne Rundenwertungen sind öffentlich nur unvollständig dokumentiert.

Das zweite Duell folgte am 14.10.1995 in der Münchner Olympiahalle vor rund 12.240 Zuschauern. Maske gewann erneut einstimmig. Die Übertragung erreichte im Schnitt 17,6 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 73,6 Prozent. Es ist die höchste Quote unter all seinen Kämpfen.

Die Niederlage gegen Virgil Hill

Am 23.11.1996 verlor Maske seinen Titel in der Münchner Olympiahalle an Virgil Hill, nach geteilter Entscheidung der Punktrichter. Im Schnitt verfolgten 17,5 Millionen Menschen den Kampf. Es war ein Vereinigungskampf: Maske hielt den IBF-Titel, Hill war Weltmeister der WBA. Nach Berichten von Boxingscene und Rheinpfalz verlor Maske knapp, der Kampf war zuvor vom 12.10.1996 verschoben worden. Es blieb Maskes einzige Niederlage. Die Rheinpfalz beschrieb den Abend als unruhigen Kampf, in dem Maske öfter als gewohnt in den Nahkampf gezwungen wurde. Wann er den Rücktritt ankündigte, schildern die Berichte unterschiedlich: Die Rheinpfalz datiert die Ankündigung vor den Kampftag, Boxingscene und ZDF danach. Fest steht, dass er nach der Niederlage bis 2007 nicht mehr boxte.

„Time to Say Goodbye“: der Song zum Abschied

Zum Abend des 23.11.1996 gehört ein Lied: „Time to Say Goodbye“ von Sarah Brightman und Andrea Bocelli. Das Duett wurde für Maskes Abschiedskampf aufgenommen und danach in Deutschland zu einer der meistverkauften Singles. Nach Sport1 lief sie nach dem Urteil noch einmal, Maske kniete weinend im Ring.

Das Comeback 2007

Mehr als zehn Jahre später stieg er noch einmal in den Ring. Am 31.03.2007 traf er in der Münchner Olympiahalle erneut auf Hill und gewann einstimmig über zwölf Runden. Die Wertungen lauteten 117:110, 116:113 und 117:110. Im Fernsehen sahen im Schnitt 15,99 Millionen Menschen zu. Zur Vorbereitung arbeitete er wieder mit Manfred Wolke, nachdem er zwischenzeitlich mit Teddy Atlas zusammengearbeitet hatte. Maske war damals 43 Jahre alt, Hill 42. Nach einem Bericht von Boxingscene sagte Maske, ihn habe unter anderem motiviert, dass Hill selbst noch einen Weltmeistertitel hielt. Es war ein Kampf ohne Titel, und der Sieg gilt in der Berichterstattung als große Überraschung. Es blieb ein einzelner Kampf, kein Neustart der Laufbahn.

Fernsehboxen der 1990er: die Zahlen

Wie groß das Interesse war, zeigen die durchschnittlichen Zuschauerzahlen. Sie reichen von 3,1 Millionen beim Titelgewinn 1993 über 11 Millionen beim Kampf gegen Egerton Marcus 1995 bis zu 15,03 Millionen bei Duran Williams und 12,36 Millionen bei John Scully (beide 1996). Zusammengerechnet kommen die aufgeführten Kämpfe auf mehr als 105 Millionen Zuschauer.

Diese Zahlen sind Durchschnittswerte der Übertragungen, keine Einzelpersonen: Wer mehrere Kämpfe sah, ist mehrfach gezählt. Sie zeigen vor allem, wie stark Profiboxen im Fernsehen der Wiedervereinigungszeit war. Mehr zur Rolle des Sports im Programm finden Sie im Beitrag Boxen im TV.

Der Signature-Stil

Tuschezeichnung mit gesichtslosen Figuren: linke Gerade, Niederschlag im Profidebüt gegen Arvizu 1990 (mit AI erstelltes Bild) AI Mit AI erstelltes Bild
Die linke Gerade des Linksauslegers: Niederschlag im Profidebüt gegen Arvizu, 1990 · Rote Hose: Maske · Bewegungsablauf: Beide auf Distanz in Deckung, Maske tastet mit der linken Führhand, Maske lädt die linke Hand, Linke Hand trifft den Kopf, Arvizus Kopf wird nach unten gerissen, Arvizu knickt ein, Arvizu kippt nach vorn, Arvizu geht zu Boden, Maske geht in die neutrale Ecke · Mit AI erstellte Tuschezeichnung mit gesichtslosen Figuren, keine Fotografie

Maske gilt als defensiv ausgerichteter Konterboxer in der Tradition der „Frankfurter Schule“, die mit seinem Trainer Manfred Wolke verbunden ist. Er misst 1,89 Meter. Sein kontrollierter Stil prägte auch seinen Beinamen „Gentleman“. Seine Bilanz zeigt viele Punktsiege: Maske entschied Kämpfe über Technik und Ringführung. Gerade in Titelkämpfen über zwölf Runden zu je drei Minuten zahlt sich ein solcher Stil aus.

Dass Maske kein Knockout-Boxer war, passt zu seiner Gegnerliste: Gegen Iran Barkley, einen früheren Weltmeister, gewann er am 08.10.1994 im Gerry-Weber-Stadion in Halle (Westfalen) nicht durch Knockout, sondern durch Aufgabe des Gegners nach der neunten Runde.

Bedeutung für das deutsche Boxen

Maske machte Profiboxen in Deutschland zu einem Fernsehereignis. Seine Titelkämpfe, besonders gegen Rocchigiani, lockten ein sehr großes Publikum vor die Bildschirme. Als IBF-Weltmeister von 1993 bis 1996 steht er in der Liste der deutschen Boxweltmeister und im Weltmeister-Tracker.

Wer die Geschichte weiter zurückverfolgen will, findet bei Max Schmeling den ersten deutschen Schwergewichtsweltmeister und bei Bubi Scholz den Boxer, der das Profiboxen im Deutschland der 1950er Jahre zum Massenereignis machte. Mit Regina Halmich kommt eine Boxerin dazu, die wenige Jahre später ein ähnlich großes Publikum erreichte. Zahlen zur Bilanz deutscher Weltmeister liefert unsere Statistik-Seite.

Ehrungen

1993 wurde Maske zum Sportler des Jahres gewählt und in den Jahren 1993 bis 1996 zum Brandenburger Sportler des Jahres. Er erhielt den Bambi (1995 und 2007), die Goldene Kamera (1997), das Bundesverdienstkreuz (2001) und den Georg-von-Opel-Preis (2002). 2010 folgte der Verdienstorden des Landes Brandenburg. 2012 wurde er in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen, außerdem erhielt er die Goldene Sportpyramide. Frankfurt (Oder) ernannte ihn zum Ehrenbürger.

Henry Maske heute: nach der Karriere

Nach seinem Rücktritt 1996 blieb Maske eine bekannte öffentliche Figur. Er lebt nach Presseberichten in Overath bei Köln und verbrachte seinen 60. Geburtstag im Januar 2024 „im kleinen Familienkreis“. Im Juni 1999 gründete er den Henry Maske Fonds, der benachteiligte Kinder und Jugendliche unterstützt. Bis 2019 führte er als Franchisenehmer zehn McDonald’s-Restaurants im Raum Leverkusen, Bergisch Gladbach und Köln, und seit 2005 ist er Schirmherr des Ronald McDonald Hauses in Essen. Er schrieb drei Bücher, darunter eine Autobiografie von 2006.

Maske spielte die Hauptrolle im Film „Max Schmeling“ (2010, Regie Uwe Boll), der überwiegend kritisch besprochen wurde. Seit 2020 ist er Gesellschafter des Aachener Unternehmens ROOQ, das Technologie für den Boxsport entwickelt.

Zu Familie und Vermögen: Maske äußert sich dazu selten, belastbare Angaben in seriösen Medien fehlen. Im Netz kursierende Schätzungen zum Vermögen weichen stark voneinander ab und sind nicht belegt.

Alle weiteren deutschen Namen finden Sie in der Hall of Fame.

Häufige Fragen

Wie oft hat Henry Maske verloren?

Henry Maske verlor genau einen Profikampf: Am 23.11.1996 unterlag er Virgil Hill nach geteilter Punktrichterentscheidung und verlor dabei seinen IBF-Titel. Die Revanche am 31.03.2007 gewann er einstimmig nach Punkten.

Wie alt ist Henry Maske?

Henry Maske wurde am 06.01.1964 geboren und ist damit 62 Jahre alt.

Wann war Maske gegen Rocchigiani?

Der Kampf um die IBF-Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht fand am 27.05.1995 in Dortmund statt. Maske gewann einstimmig nach Punkten. Eine zweite Begegnung im Oktober 1995 in München ging ebenfalls an ihn.

Hat Henry Maske olympisches Gold gewonnen?

Ja. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul gewann er für die DDR Gold im Mittelgewicht. Außerdem wurde er 1989 Weltmeister der Amateure im Halbschwergewicht.

Warum wird Henry Maske „Gentleman“ genannt?

Der Beiname „Gentleman“ begleitete ihn durch seine Profikarriere und passt zu seinem kontrollierten, technisch sauberen Auftreten im Ring. 1993 wurde er zum Sportler des Jahres gewählt.

Wann war Henry Maskes letzter Kampf?

Sein letzter Kampf war das Comeback am 31.03.2007 in München: Maske gewann einstimmig nach Punkten gegen Virgil Hill. Als Abschiedskampf galt zuvor der 23.11.1996, der Abend der Niederlage gegen Hill.

Welches Lied gehört zu Henry Maske?

„Time to Say Goodbye“ von Sarah Brightman und Andrea Bocelli. Das Duett entstand für Maskes Abschiedskampf gegen Virgil Hill am 23.11.1996 in München und wurde in Deutschland zum Hit. Ob der Song beim Einlauf oder nach dem Urteil lief, schildern die Berichte unterschiedlich.

Hat Henry Maske Kinder?

Maske hält sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Zu Kindern, Ehefrau und Vermögen liegen in seriösen Quellen keine belastbaren Angaben vor. Online kursierende Vermögensschätzungen gehen weit auseinander und sind nicht belegt.

Was macht Henry Maske heute und wo wohnt er?

Maske lebt nach Presseberichten in Overath bei Köln. Seit 2020 ist er Gesellschafter des Aachener Unternehmens ROOQ, das Technologie für den Boxsport entwickelt, und ist über den 1999 gegründeten Henry Maske Fonds weiter für benachteiligte Kinder und Jugendliche aktiv.

Wie viele Titelverteidigungen hatte Henry Maske?

Er verteidigte seinen IBF-Titel zwischen 1993 und 1996 zehnmal erfolgreich. Elf seiner 31 Siege kamen durch K.o. (nach BoxRec).

Veröffentlicht am 28.09.2026 · zuletzt geprüft am 13.10.2026 · So arbeiten wir