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Illustration: Ausrüstung als Stillleben, Sinnbild für Susi Kentikian (mit AI erstelltes Bild)
AIMit AI erstelltes Bild
Legende · Fliegengewicht

Susi Kentikian: Alter, Bilanz und Titel der „Killer Queen“

Susi Kentikian kam als Kind aus Armenien nach Hamburg und wurde zur Fliegengewichts-Weltmeisterin der WBA. Mit 36 Siegen, 17 davon durch K.o., gehört sie zu den erfolgreichsten deutschen Profiboxerinnen.

Stand 13.10.2026Redaktion boxwetten.deKeine Wettwerbung
36Profisiege, 2 Niederlagen
17K.o.-Siege
2007Erster WBA-WM-Titel (16.02.)
2016Letzter Kampf (30.07.)
Susianna „Susi“ KentikianHamburger „Killer Queen“: Fliegengewichts-Weltmeisterin der WBA, erste große deutsche TV-Boxerin der 2000er
47 %K.o.-Quote
Siege
36
davon K.o.
17
Niederlagen
2
Unentschieden
0
WBAWBOWIBF

3 WM-Gürtel · mind. 5,8 Jahre Weltmeister

Fliegengewicht · Profikämpfe: 39 · Karriere: 2005–2016

Bilanzen nach öffentlichen Boxdatenbanken, Stand 13.10.2026. Wo Quellen abweichen, zeigen wir „–“ und erklären es im Text.

Susi Kentikian auf einen Blick

Susi Kentikian ist nach Regina Halmich die bekannteste deutsche Profiboxerin der 2000er Jahre. Sie boxte im Fliegengewicht, wurde 2007 mit 19 Jahren WBA-Weltmeisterin und verteidigte den Titel in ihrer ersten Regentschaft bis Ende 2012. Ab 2013 gehörte er ihr ein zweites Mal. Ihr Beiname lautet „Killer Queen“. Auf ihren Kampfabenden bei ProSieben lernte ein großes Fernsehpublikum das Frauenboxen kennen.

Ihre Bilanz weist 36 Siege aus, davon 17 vorzeitig, dazu zwei Niederlagen und einen Kampf ohne Wertung. Sie ist rund 1,55 Meter groß und boxte in einer Gewichtsklasse, in der die Kämpferinnen höchstens 112 Pfund (50,8 Kilogramm) wiegen.

Steckbrief
Geboren11.09.1987 in Jerewan (Armenien), aufgewachsen in Hamburg
GewichtsklasseFliegengewicht
Profibilanz36 Siege (17 K.o.), 2 Niederlagen, 1 No Contest (nach BoxRec)
TitelWBA, WBO und WIBF im Fliegengewicht
Aktive Jahre2005 bis 2016 (Debüt 15.01.2005, letzter Kampf 30.07.2016)
Amateurbilanz24 Siege, 1 Niederlage

Gut zu wissen: Nach BoxRec gewann Kentikian 36 Profikämpfe (17 durch K.o.), verlor zweimal und hatte einen Kampf ohne Wertung. Den WBO-Titel gewann sie am 24.04.2010 gegen Nadia Raoui. Manche Übersichten führen 35 Siege, weil sie den letzten Kampf gegen Nevenka Mikulić am 30.07.2016 nicht mitzählen.

Herkunft und Weg zum Boxen

Susianna Kentikian wurde am 11.09.1987 in Jerewan geboren. Ihre Familie kam 1996 auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in Armenien nach Hamburg. Dort lebte sie als Kind zunächst auf einem Wohnschiff im Stadtteil Altona, später in einer Flüchtlingsunterkunft. Die Familie musste lange um ein Bleiberecht fürchten. Nach Angaben des Frauenboxportals WBAN griff damals der Trainer Frank Rieth ein, damit die Familie nicht abgeschoben wurde. Ihr Bruder Mikael nahm sie in einen Boxverein mit, und sie begann dort selbst zu trainieren. Im Juni 2008 erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft.

Als Amateurin gewann sie von 2001 bis 2004 die Hamburger Juniorenmeisterschaft und mehrere norddeutsche Titel. 2004 siegte sie im Federgewicht bei den International German Women’s Amateur Championships und wurde dort als beste Technikerin der Juniorenklasse ausgezeichnet. Ihre Amateurbilanz lautet 24 Siege bei einer Niederlage. Nach Angaben von WBAN wurde sie auch deshalb Profi, weil ihr Einkommen aus dem Boxen den Aufenthaltsantrag der Familie stützen sollte.

Der Weg zur Weltmeisterin

Ihr Profidebüt gab Kentikian am 15.01.2005 in Magdeburg mit einem Punktsieg über Iliana Boneva nach vier Runden. Die Fachseite WBAN wählte sie für 2005 zur „Rookie of the Year“. 2006 gewann sie den International-German-Titel (28.07.2006 gegen Daniela Graf nach zehn Runden) und das WIBF-Intercontinental-Gürtel im Fliegengewicht (09.09.2006 durch technischen K.o. in Runde 4 gegen Maribel Zurita).

Am 16.02.2007 gewann sie in Köln den freien WBA-Titel im Fliegengewicht. Gegen Carolina Alvarez setzte sie sich durch technischen K.o. in Runde 9 durch. Es war ihr erster Weltmeistertitel. Schon im Mai 2007 wurde die erste Verteidigung gegen Nadia Hokmi eng: Sie gewann nach geteilter Entscheidung, die als umstritten galt. Es folgte die Revanche: Am 07.12.2007 besiegte Kentikian Hokmi in der Revanche nach Punkten und holte dabei den WIBF-Gürtel, der durch den Rücktritt von Regina Halmich frei geworden war.

Die große Zeit: 2007 bis 2012

Zwischen 2007 und 2012 war Kentikian das Aushängeschild des deutschen Frauenboxens. Sie boxte meist im Fernsehen, ihre Kämpfe liefen bei ProSieben in der „Fight Night“. Am 08.09.2007 verteidigte sie den WBA-Titel in Düsseldorf gegen Shanee Martin. Der Kampf endete in Runde 3 vorzeitig, im Video sind zwei Niederschläge zu sehen. Das ARD-Format „Die starke Susi“ porträtierte sie 2007 in einer Dokumentation.

Weitere Gegnerinnen waren Marie José Nuñez Anchorena, Shanee Martin, Sarah Goodson, Mary Elizabeth Ortega, Hagar Finer, Anastasia Toktaulova, Elena Reid, Hülya Şahin, Nadia Raoui, Arely Muciño, Ana Fabiola Arrazola und Teeraporn Pannimit. Im Juni 2008 zeichnete WBAN sie nach dem Sieg über Ortega als „Fighter of the Month“ aus, für 2008 als beste europäische Boxerin des Jahres. Dazu kamen 2007 die Wahl zur Hamburger Sportlerin des Jahres und 2008 die zur deutschen Boxerin des Jahres.

Am 24.04.2010 besiegte sie Nadia Raoui nach geteilter Entscheidung. Laut WBAN gewann sie dabei den WBO-Titel und behielt zugleich WBA und WIBF. Später im selben Jahr, am 17.07.2010, endete ihr Kampf gegen die Mexikanerin Arely Muciño in Runde 3 ohne Wertung, nachdem ein unabsichtlicher Kopfstoß den Kampf beendet hatte. Am 28.03.2011 und am 22.10.2011 folgten Punktsiege über Ana Fabiola Arrazola (WIBF) und Teeraporn Pannimit (WBA, WBO, WIBF). Die WBA hatte sie 2009 als erste Frau zur Super-Champion ernannt.

Die Titelregentschaften im Überblick

ZeitraumTitelHinweis
16.02.2007 bis 01.12.2012WBA, FliegengewichtBeginn gegen Carolina Alvarez, Ende nach Niederlage gegen Carina Moreno
07.12.2007 bis 05.2012WIBF, FliegengewichtGewinn gegen Nadia Hokmi, Verlust an Melissa McMorrow
bis 16.05.2012WBO, FliegengewichtBeginn laut Quellen 2009 oder 2010
01.02.2013 / 06.07.2013 bis 2017WBA, FliegengewichtInterimstitel, dann Vollrevanche gegen Moreno
ab 02.10.2015WIBF, FliegengewichtNeugewinn gegen Susana Cruz Pérez

Die ersten Niederlagen

Am 16.05.2012 verlor Kentikian in Frankfurt gegen Melissa McMorrow nach Mehrheitsentscheidung. Es war ihre erste Niederlage als Profi, und sie büßte WBO- und WIBF-Titel ein. Laut WBAN lautete der Wertungszettel eines Ringrichters auf Remis, die beiden anderen sahen McMorrow vorn. Die zweite Niederlage kam am 01.12.2012 in Düsseldorf gegen die Kalifornierin Carina Moreno. Zwei Punktrichter sahen Moreno mit 96:94 vorn, einer Kentikian mit 97:93. Nach dem Bericht der WBA fiel Kentikian damit auf 29 Siege und zwei Niederlagen, bei 16 K.o.-Siegen. Die beiden Niederlagen kamen in aufeinanderfolgenden Kämpfen.

Rückkehr und zweite Regentschaft

Auf die zwei Niederlagen reagierte Kentikian schnell. Am 01.02.2013 gewann sie in Düsseldorf einstimmig nach Punkten gegen die Belgierin Sanae Jah den Interimstitel der WBA. Am 06.07.2013 folgte in Dortmund die Revanche gegen Moreno, die sie nach Punkten gewann, und damit den vollen WBA-Titel zurück.

In der zweiten Regentschaft sind folgende Verteidigungen belegt: 07.12.2013 in Stuttgart gegen die Italienerin Simona Galassi (Punktsieg), 31.05.2014 in Krefeld gegen die Südkoreanerin Dan-Bi Kim (technischer K.o. in Runde 9), 08.11.2014 in Stuttgart gegen die Japanerin Naoko Fujioka (Punktsieg) und am 02.10.2015 in Hamburg-Wilhelmsburg gegen die Mexikanerin Susana Cruz Pérez (Punktsieg), dabei gewann sie auch den freien WIBF-Titel. Der letzte dokumentierte Kampf war am 30.07.2016 in Hamburg: Ein einstimmiger Punktsieg über die Kroatin Nevenka Mikulić nach zehn Runden, mit dem sie WBA- und WIBF-Titel behielt. Der WBA-Titel wird für 2017 als freigemacht geführt, ein genaues Datum nennen die Quellen nicht.

Die großen Kämpfe

DatumGegnerinErgebnisWas der Kampf brachte
15.01.2005Iliana BonevaPunktsieg, 4 Runden, MagdeburgProfidebüt
16.02.2007Carolina AlvarezSieg durch technischen K.o. in Runde 9Erster WBA-Titel (frei)
08.09.2007Shanee MartinSieg durch technischen K.o. in Runde 3, DüsseldorfZwei Niederschläge
07.12.2007Nadia HokmiPunktsieg (Revanche)WIBF-Titel dazu
24.04.2010Nadia RaouiSieg nach geteilter EntscheidungTitelvereinigung mit WBO
16.05.2012Melissa McMorrowNiederlage nach Mehrheitsentscheidung, FrankfurtErste Niederlage
01.12.2012Carina MorenoNiederlage nach geteilter Entscheidung, DüsseldorfZweite Niederlage
06.07.2013Carina MorenoPunktsieg (Revanche), DortmundWBA-Titel zurück
30.07.2016Nevenka MikulićPunktsieg, HamburgLetzter dokumentierter Kampf

Der Signature-Stil

Tuschezeichnung mit gesichtslosen Figuren: rechte Gerade, Kentikian schickt Shanee Martin zu Boden (mit AI erstelltes Bild) AI Mit AI erstelltes Bild
Die rechte Gerade: Kentikian schickt Shanee Martin 2007 zu Boden · Rote Hose: Kentikian · Bewegungsablauf: Beide auf Distanz in Deckung, Kentikian tastet mit der linken Führhand, Kentikian lädt die rechte Hand, Rechte Hand trifft Martin am Kinn, Martins Kopf wird zurückgerissen, Martin knickt ein, Martin kippt nach hinten, Martin geht zu Boden, Kentikian geht in ihre Ecke · Mit AI erstellte Tuschezeichnung mit gesichtslosen Figuren, keine Fotografie

Kentikian boxte offensiv und nach vorn. Der Beiname „Killer Queen“ bezieht sich auf diesen Stil, der auf vorzeitige Siege zielte, und sie lief häufig zum gleichnamigen Song der Band Queen ein. Ihre Statur sprach dafür: Mit rund 1,55 Metern gehörte sie zu den kleinen Boxerinnen.

Im Kampf gegen Shanee Martin im September 2007 ist das gut zu erkennen: Kentikian drängte Martin ans Seil, schlug mehrere Treffer in Serie und schickte sie gleich zweimal zu Boden. 17 K.o.-Siege bei 36 Siegen zeigen, dass solche Kämpfe bei ihr keine Ausnahmen waren. Die übrigen Siege kamen nach Punkten, oft in zehn Runden zu je zwei Minuten, wie bei den Frauen im Profiboxen üblich.

Fernsehen und Leben nach dem Ring

Kentikian trat auch außerhalb des Rings im Fernsehen auf: 2017 in der zehnten Staffel von „Let’s Dance“, 2019 in der ersten Staffel von „The Masked Singer“ als „Monster“ (Platz vier) und 2020 in „MasterChef Celebrity“ auf Sky One. Dazu kam 2007 die ARD-Dokumentation über ihr Leben. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg, in der Nähe ihres Boxstalls.

Eine förmliche Rücktrittserklärung ist nicht bekannt. Nach dem 30.07.2016 ist kein weiterer Profikampf verzeichnet. 2022 wurde sie in die International Women’s Boxing Hall of Fame aufgenommen.

Bedeutung für das deutsche Boxen

Kentikian übernahm 2007 die Rolle als bekannteste deutsche Boxerin von Regina Halmich. Der Zeitpunkt ist belegt: Am 07.12.2007, nur eine Woche nach Halmichs Abschied, holte sie den WIBF-Titel, den Halmich zurückgelassen hatte. Mit dem WBA-Gürtel hielt sie zudem einen Titel eines der vier großen Weltverbände, nicht nur den des Frauenverbands WIBF. Wie die Verbände und Titel zusammenhängen, erklären die Seiten Weltverbände und Gewichtsklassen.

Weitere Frauen im deutschen Boxen: Regina Halmich und Ina Menzer sowie die Mittelgewichtlerin Christina Hammer. Die Männerlegenden finden Sie in der Legenden-Übersicht. Aktuelle Titelträger stehen im Weltmeister-Tracker, dort sind auch Deutsche Boxweltmeister und die Statistik verlinkt.

Häufige Fragen

Wie viele Kämpfe hat Susi Kentikian gewonnen?

36. Dazu kommen zwei Niederlagen und ein Kampf ohne Wertung (No Contest) gegen Arely Muciño im Juli 2010. Von den Siegen kamen 17 durch K.o. (nach BoxRec).

Wie alt ist Susi Kentikian?

Susi Kentikian wurde am 11.09.1987 in Jerewan, Armenien, geboren und ist damit 39 Jahre alt. Ihr voller Name lautet Susianna Kentikian.

Wann boxte Susi Kentikian zuletzt?

Ihr letzter dokumentierter Kampf war am 30.07.2016 in Hamburg gegen Nevenka Mikulić, den sie einstimmig nach zehn Runden gewann. Einen offiziellen Rücktritt hat sie nicht erklärt.

Gegen wen verlor Susi Kentikian?

Ihre erste Niederlage setzte es am 16.05.2012 in Frankfurt gegen die Amerikanerin Melissa McMorrow (Mehrheitsentscheidung). Am 01.12.2012 verlor sie in Düsseldorf gegen Carina Moreno durch geteilte Entscheidung. Die Revanche gegen Moreno gewann sie am 06.07.2013 in Dortmund.

Warum heißt Susi Kentikian „Killer Queen“?

Der Spitzname steht für ihren offensiven, auf vorzeitige Siege ausgerichteten Stil. Sie lief häufig zum gleichnamigen Song der Band Queen in den Ring ein.

Welche Titel hielt Susi Kentikian?

Sie war Weltmeisterin der WBA im Fliegengewicht (erstmals ab 16.02.2007), hielt zeitweise den WBO-Titel und war WIBF-Weltmeisterin. 2009 wurde sie als erste Frau von der WBA zur Super-Champion ernannt.

Hat Susi Kentikian einen Freund oder ist sie verheiratet?

Kentikian hält ihr Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Gesichert ist nur, dass sie in Hamburg lebt.

Was macht Susi Kentikian heute?

Nach ihrem letzten dokumentierten Kampf 2016 war sie im Fernsehen zu sehen: 2017 bei „Let's Dance“, 2019 bei „The Masked Singer“ und 2020 bei „MasterChef Celebrity“. 2022 wurde sie in die International Women's Boxing Hall of Fame aufgenommen.

Veröffentlicht am 01.10.2026 · zuletzt geprüft am 13.10.2026 · So arbeiten wir