★Hall of Fame★
Felix
Sturm
45–7–320 K.o.
20012026
3 WM-Gürtel · 7,5 Jahre Weltmeister
Bilanzen nach öffentlichen Boxdatenbanken, Stand 13.10.2026. Wo Quellen abweichen, zeigen wir „–“ und erklären es im Text.
Felix Sturm auf einen Blick
Felix Sturm gehört zu den erfolgreichsten deutschen Boxern der 2000er Jahre. Er boxte im Mittelgewicht und im Supermittelgewicht, hielt Titel der Verbände WBO, WBA und IBF und war Deutschlands erster vierfacher Weltmeister. Seinen letzten Kampf bestritt er am 11.07.2026 in Stuttgart und verlor ihn gegen Granit Stein.
| Steckbrief | |
|---|---|
| Geboren | 31.01.1979 (bürgerlich Adnan Ćatić) |
| Gewichtsklassen | Mittelgewicht, Supermittelgewicht |
| Profibilanz | 45 Siege, 7 Niederlagen, 3 Remis, 1 No Contest (56 Kämpfe) |
| K.o.-Siege | 20 |
| Titel | WBO, WBA (auch „Super“), IBF im Mittelgewicht, WBA (Super) im Supermittelgewicht |
| Aktive Jahre | 2001 bis 2016 und 2020 bis 2026 |
Gut zu wissen: Bei Sturms Bilanz kursieren zwei Stände: Ältere Übersichten nennen 55 Kämpfe und 6 Niederlagen, hier steht der aktuelle Stand. Seine Titelverteidigungen zählen die Quellen unterschiedlich: Die WBA-Liste führt für 2007 bis 2012 zwölf (7 als reguläre, 5 als Super-Champion), die WBA-Profilseite elf. Eine verlässliche Gesamtzahl über alle Verbände gibt es deshalb nicht.
Herkunft und Amateurkarriere
Sturm wurde am 31.01.1979 in Leverkusen als Adnan Ćatić geboren, seit 2000 führt er den Ringnamen Felix Sturm. Er besitzt die deutsche und die bosnisch-herzegowinische Staatsbürgerschaft, seine Eltern stammen aus Blagaj. Er ist 1,81 Meter groß.
Sturm gewann als Amateur 1998 und 1999 die deutsche Meisterschaft. Im Jahr 2000 wurde er in Tampere Europameister im Halbmittelgewicht und startete bei den Olympischen Spielen in Sydney. Seine Amateurbilanz wird mit 143 Siegen und 10 Niederlagen angegeben, andere Angaben weichen davon ab. Zuvor war er deutscher Juniorenmeister 1995 und 1996 sowie Junioren-Europameister 1997, in Sydney schied er im Viertelfinale gegen Jermain Taylor aus.
Der Weg zum WM-Titel
Sturm wurde 2001 Profi und stand bei der Hamburger Universum Box-Promotion unter Vertrag. Trainer war zu dieser Zeit Michael Timm. Nach 2009 gründete er seinen eigenen Boxstall „Sturm Box-Promotion“ in Köln. Eine angekündigte Zusammenarbeit mit dem US-Trainer Freddie Roach kam nicht zustande, stattdessen übernahm Fritz Sdunek das Training.
2003 gewann er den WBO-Titel im Mittelgewicht und verlor ihn am 05.06.2004 in Las Vegas einstimmig nach Punkten an Oscar De La Hoya. Das Urteil war umstritten, Sturm selbst focht es an. Der Kampf fand im MGM Grand statt und lief in den USA auch als Pay-per-View. HBO war Mitveranstalter und hatte Sturm zunächst als Sieger gesehen. Sturms Promoter Klaus-Peter Kohl legte Protest ein, die Nevada State Athletic Commission bestätigte das Ergebnis. Der WBC schreibt in seinem Rückblick von 2026, viele Fans und Experten hätten Sturm vorne gesehen. Sturm wechselte in dem Kampf ab Runde 11 von der Links- in die Rechtsauslage.
Am 11.03.2006 gewann er in Hamburg einstimmig nach Punkten gegen Maselino Masoe den WBA-Titel. Am 15.07.2006 verlor er ihn in Hamburg durch technischen K.o. in Runde 10 gegen Javier Castillejo, holte ihn aber am 28.04.2007 in Oberhausen einstimmig nach Punkten zurück.
Die große Zeit: WBA-Weltmeister 2007 bis 2012
Von April 2007 bis zum 01.09.2012 war Sturm WBA-Weltmeister, ab März 2010 mit dem Zusatz „Super“. Zu seinen Gegnern in dieser Zeit zählen Gevor, Lorenzo, Macklin, Zbik und Murray. Die Einschaltquoten im deutschen Fernsehen waren hoch (zum Hintergrund siehe Boxen im TV). Konkrete Zahlen liegen nur vereinzelt vor: Der Kampf gegen Matthew Macklin 2011 lief bei Sat.1 und erreichte etwa 4,5 Millionen Zuschauer, in der Kölner Lanxess-Arena waren rund 18.000 Menschen dabei. Zum Kampf gegen Sebastian Zbik 2012 kamen rund 13.000, zum Rückkampf gegen Castillejo 2007 in Oberhausen etwa 5.000 Zuschauer.
Am 01.09.2012 verlor er den Titel nach über fünf Jahren durch geteilte Entscheidung an Daniel Geale. Der Kampf fand in Oberhausen statt, zwei Punktrichter sahen Geale mit 116:112 vorn, einer Sturm mit 116:112. Am 07.12.2013 gewann er in Stuttgart durch technischen K.o. in Runde 2 gegen Darren Barker (Hüftverletzung) den IBF-Titel und wurde damit Deutschlands erster vierfacher Weltmeister. Der IBF-Titel lief bis Mai 2014. Im Februar 2016 kam der WBA-Titel (Super) im Supermittelgewicht hinzu, den er im Oktober 2016 niederlegte.
Die Titelregentschaften im Überblick
| Zeitraum | Titel | Gewichtsklasse |
|---|---|---|
| 09.2003 bis 06.2004 | WBO | Mittelgewicht |
| 03.2006 bis 07.2006 | WBA (regulär) | Mittelgewicht |
| 04.2007 bis 09.2012 | WBA, ab 03.2010 „Super“ | Mittelgewicht |
| 12.2013 bis 05.2014 | IBF | Mittelgewicht |
| 02.2016 bis 10.2016 | WBA (Super) | Supermittelgewicht |
Meist heißt es, Sturm sei Deutschlands erster vierfacher Weltmeister. Mit dem Titel von 2016 kommen manche, so auch Sport1, auf fünf. Das Faktenfeld „4ד folgt der üblichen Zählung.
Die großen Kämpfe
| Datum | Gegner | Ergebnis | Was der Kampf brachte |
|---|---|---|---|
| 05.06.2004 | Oscar De La Hoya | Niederlage nach Punkten (einstimmig), Las Vegas | Umstrittener Verlust des WBO-Titels |
| 11.03.2006 | Maselino Masoe | Sieg nach Punkten (einstimmig), Hamburg | Gewinn des WBA-Titels |
| 28.04.2007 | Javier Castillejo | Sieg nach Punkten (einstimmig), Oberhausen | WBA-Titel zurückgeholt |
| 01.09.2012 | Daniel Geale | Niederlage, geteilte Entscheidung | Ende der WBA-Super-Regentschaft |
| 07.12.2013 | Darren Barker | Sieg durch technischen K.o. in Runde 2, Stuttgart | Gewinn des IBF-Titels |
| 11.07.2026 | Granit Stein | Niederlage, geteilte Entscheidung, Stuttgart | Abschiedskampf |
Die Soliman-Wertung und die Dopingfälle
Der erste Kampf gegen Sam Soliman am 01.02.2013, ein Ausscheidungskampf der IBF, endete zunächst mit einem Punktsieg Solimans. Weil in Solimans Dopingprobe ein verbotenes Stimulans gefunden wurde, änderte der deutsche Verband das Ergebnis später in „No Contest“. Das ist der Grund, warum Sturms Bilanz einen Kampf ohne Wertung enthält. Der Verdacht betraf Soliman, nicht Sturm; Soliman wies die Vorwürfe zurück. Im Rückkampf am 31.05.2014 verlor Sturm seinen IBF-Titel an Soliman.
Ein eigener, späterer Fall betrifft Sturm selbst: Nach seinem Sieg gegen Fedor Tschudinow am 20.02.2016 in Oberhausen teilte die WBA mit, in seiner A-Probe sei Stanozolol nachgewiesen worden. Sturm bestritt, bewusst gedopt zu haben, und legte im Oktober 2016 seinen WBA-Titel nieder. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelte. Zum weiteren Verfahren der Verbände liegen uneinheitliche Angaben vor. Sport1 schreibt in seinem Rückblick von 2026, Sturm habe vorsätzliches Doping bestritten und der Fall habe zu einem langen Rechtsstreit geführt.
Das Urteil von 2020
Das Landgericht Köln verurteilte Sturm am 30.04.2020 zu drei Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung (rund 1.000.000 € für die Jahre 2008 bis 2010 und 2013), wegen Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz im Zusammenhang mit dem Tschudinow-Kampf und wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Bereits 2012 war er vom Amtsgericht Köln wegen Steuerhinterziehung in 16 Fällen zu 22 Monaten auf Bewährung verurteilt worden, was erst 2019 bekannt wurde. Im Dezember 2019 kam er nach über acht Monaten Untersuchungshaft gegen eine Kaution von 300.000 € frei. In der Revision wurde die Strafe am 01.12.2021 auf zwei Jahre und vier Monate reduziert, weil der Schaden niedriger angesetzt wurde.
Felix Sturm heute: Comeback, Abschied und nächster Kampf
Von Februar 2016 bis Dezember 2020 boxte Sturm nicht. Verurteilt wurde er 2020 wegen Steuerhinterziehung, Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz und Körperverletzung (siehe oben). Er kehrte im Dezember 2020 in den Ring zurück und bestritt bis 2026 weitere Kämpfe. Am 11.07.2026 verlor er in Stuttgart nach zehn Runden gegen Granit Stein durch geteilte Entscheidung. Es war als Abschiedskampf angekündigt. Der Abend in der Stuttgarter Porsche Arena lief unter dem Titel „One Last Dance“. Nach Sport1 war Stein (33 Jahre, 20 Siege aus 23 Kämpfen) der aggressivere Boxer. Sturm (47) wirkte präziser und technisch stärker, doch die Punktrichter sahen genug Treffer bei Stein. Es war erst Sturms siebte Niederlage in 56 Kämpfen. „Ich hatte eine tolle Karriere, jetzt will ich nur noch Champion für meine Familie sein“, sagte Sturm laut Sport1. Eine Zuschauerzahl nennt die Quelle nicht. Einen nächsten Kampf gibt es nicht: Sturm hat damit seine Laufbahn beendet.
Privates: Ehefrau und Kinder
Sturm ist mit seiner Frau Jasmin verheiratet, das Paar hat zwei Kinder. Vor dem Abschiedskampf sagte er, seine Frau und sein Vater hätten diesem letzten Kampf zugestimmt. Für sein Vermögen gibt es keine verlässlichen Zahlen, Schätzungen im Netz weichen stark ab.
Der Signature-Stil
Sturm boxte in Linksauslage, bei 1,81 Meter Körpergröße. Eine Kampfbilanz mit 45 Siegen, davon 20 durch K.o., spricht für einen Boxer, der überwiegend nach Punkten gewann. Als wichtigsten Schlag nennen Berichte seinen Jab. Der Wechsel in die Rechtsauslage gegen De La Hoya ab Runde 11 belegt, dass er im Kampf flexibel sein konnte.
Sport1 beschreibt ihn im letzten Kampf als präziser und technisch stärker als den Gegner, mit schnellen Reflexen und einzelnen schmerzhaften Treffern. Dass Sturm auch in seiner großen Zeit auf Technik setzte, zeigen seine Siege gegen Masoe und Castillejo, die beide einstimmig nach Punkten gingen.
Bedeutung für das deutsche Boxen
Sturm steht in der Liste der deutschen Boxweltmeister mit mehreren Titelregentschaften im Mittelgewicht und im Supermittelgewicht, mehr dazu im Weltmeister-Tracker. In den 2000er Jahren trugen er (WBA, Mittelgewicht) und Markus Beyer (WBC, Supermittelgewicht) zeitgleich Weltmeistertitel in benachbarten Klassen, beide im deutschen Fernsehen präsent. Wie sich die Klassen unterscheiden, erklärt die Seite Gewichtsklassen, die Verbände finden Sie unter Weltverbände.
Weitere Namen: Marco Huck, Yoan Pablo Hernández, Henry Maske und die Legenden-Übersicht. Zahlen zu deutschen Weltmeistern liefert die Statistik.
Häufige Fragen
Wie viele Kämpfe hat Felix Sturm verloren?
Wie alt ist Felix Sturm?
Gegen wen kämpfte Sturm zuletzt?
Was war der Kampf gegen Sam Soliman?
Wann war Sturm gegen De La Hoya?
Wann ist der nächste Kampf von Felix Sturm?
Ist Felix Sturm verheiratet und hat er Kinder?
Wie hoch ist das Vermögen von Felix Sturm?
Wie lange war Felix Sturm WBA-Weltmeister?
Quellen
- BoxRec: Felix Sturm
- Sport1: Sturm tritt ab, Niederlage gegen Stein im letzten Kampf (Juli 2026)
- champinon.info: Felix Sturm
- Stuttgarter Zeitung: Deshalb verabschiedet sich Felix Sturm in der Porsche-Arena
- Sport1: Felix Sturm beendet Karriere am 11. Juli (Mai 2026)
- Sport1: Felix Sturm, wieder Papa geworden (2015)
- news.de: Felix Sturm privat, Familie, Karriere und Erfolge
- WBC: Felix Sturm, the final chapter of a historic career
Veröffentlicht am 30.09.2026 · zuletzt geprüft am 13.10.2026 · So arbeiten wir






