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Illustration: Ausrüstung als Stillleben, Sinnbild für Felix Sturm (mit AI erstelltes Bild)
AIMit AI erstelltes Bild
Legende · Mittelgewicht

Felix Sturm: Bilanz, Titel, Abschiedskampf und Familie

Felix Sturm war in den 2000er Jahren einer der bekanntesten deutschen Boxer. Er hielt mehrere Weltmeistertitel im Mittelgewicht und trat im Juli 2026 zum letzten Mal an.

Stand 13.10.2026Redaktion boxwetten.deKeine Wettwerbung
45Profisiege in 56 Kämpfen
20K.o.-Siege
4×Weltmeister (WBO, WBA, IBF)
2026Letzter Kampf (11.07.)
Felix SturmVierfacher Weltmeister im Mittelgewicht, dazu WBA-Titel im Supermittelgewicht
44 %K.o.-Quote
Siege
45
davon K.o.
20
Niederlagen
7
Unentschieden
3
WBOWBAIBF

3 WM-Gürtel · 7,5 Jahre Weltmeister

Mittelgewicht · Profikämpfe: 56 · Karriere: 2001–2016 und 2020–2026

Bilanzen nach öffentlichen Boxdatenbanken, Stand 13.10.2026. Wo Quellen abweichen, zeigen wir „–“ und erklären es im Text.

Felix Sturm auf einen Blick

Felix Sturm gehört zu den erfolgreichsten deutschen Boxern der 2000er Jahre. Er boxte im Mittelgewicht und im Supermittelgewicht, hielt Titel der Verbände WBO, WBA und IBF und war Deutschlands erster vierfacher Weltmeister. Seinen letzten Kampf bestritt er am 11.07.2026 in Stuttgart und verlor ihn gegen Granit Stein.

Steckbrief
Geboren31.01.1979 (bürgerlich Adnan Ćatić)
GewichtsklassenMittelgewicht, Supermittelgewicht
Profibilanz45 Siege, 7 Niederlagen, 3 Remis, 1 No Contest (56 Kämpfe)
K.o.-Siege20
TitelWBO, WBA (auch „Super“), IBF im Mittelgewicht, WBA (Super) im Supermittelgewicht
Aktive Jahre2001 bis 2016 und 2020 bis 2026

Gut zu wissen: Bei Sturms Bilanz kursieren zwei Stände: Ältere Übersichten nennen 55 Kämpfe und 6 Niederlagen, hier steht der aktuelle Stand. Seine Titelverteidigungen zählen die Quellen unterschiedlich: Die WBA-Liste führt für 2007 bis 2012 zwölf (7 als reguläre, 5 als Super-Champion), die WBA-Profilseite elf. Eine verlässliche Gesamtzahl über alle Verbände gibt es deshalb nicht.

Herkunft und Amateurkarriere

Sturm wurde am 31.01.1979 in Leverkusen als Adnan Ćatić geboren, seit 2000 führt er den Ringnamen Felix Sturm. Er besitzt die deutsche und die bosnisch-herzegowinische Staatsbürgerschaft, seine Eltern stammen aus Blagaj. Er ist 1,81 Meter groß.

Sturm gewann als Amateur 1998 und 1999 die deutsche Meisterschaft. Im Jahr 2000 wurde er in Tampere Europameister im Halbmittelgewicht und startete bei den Olympischen Spielen in Sydney. Seine Amateurbilanz wird mit 143 Siegen und 10 Niederlagen angegeben, andere Angaben weichen davon ab. Zuvor war er deutscher Juniorenmeister 1995 und 1996 sowie Junioren-Europameister 1997, in Sydney schied er im Viertelfinale gegen Jermain Taylor aus.

Der Weg zum WM-Titel

Sturm wurde 2001 Profi und stand bei der Hamburger Universum Box-Promotion unter Vertrag. Trainer war zu dieser Zeit Michael Timm. Nach 2009 gründete er seinen eigenen Boxstall „Sturm Box-Promotion“ in Köln. Eine angekündigte Zusammenarbeit mit dem US-Trainer Freddie Roach kam nicht zustande, stattdessen übernahm Fritz Sdunek das Training.

2003 gewann er den WBO-Titel im Mittelgewicht und verlor ihn am 05.06.2004 in Las Vegas einstimmig nach Punkten an Oscar De La Hoya. Das Urteil war umstritten, Sturm selbst focht es an. Der Kampf fand im MGM Grand statt und lief in den USA auch als Pay-per-View. HBO war Mitveranstalter und hatte Sturm zunächst als Sieger gesehen. Sturms Promoter Klaus-Peter Kohl legte Protest ein, die Nevada State Athletic Commission bestätigte das Ergebnis. Der WBC schreibt in seinem Rückblick von 2026, viele Fans und Experten hätten Sturm vorne gesehen. Sturm wechselte in dem Kampf ab Runde 11 von der Links- in die Rechtsauslage.

Am 11.03.2006 gewann er in Hamburg einstimmig nach Punkten gegen Maselino Masoe den WBA-Titel. Am 15.07.2006 verlor er ihn in Hamburg durch technischen K.o. in Runde 10 gegen Javier Castillejo, holte ihn aber am 28.04.2007 in Oberhausen einstimmig nach Punkten zurück.

Die große Zeit: WBA-Weltmeister 2007 bis 2012

Von April 2007 bis zum 01.09.2012 war Sturm WBA-Weltmeister, ab März 2010 mit dem Zusatz „Super“. Zu seinen Gegnern in dieser Zeit zählen Gevor, Lorenzo, Macklin, Zbik und Murray. Die Einschaltquoten im deutschen Fernsehen waren hoch (zum Hintergrund siehe Boxen im TV). Konkrete Zahlen liegen nur vereinzelt vor: Der Kampf gegen Matthew Macklin 2011 lief bei Sat.1 und erreichte etwa 4,5 Millionen Zuschauer, in der Kölner Lanxess-Arena waren rund 18.000 Menschen dabei. Zum Kampf gegen Sebastian Zbik 2012 kamen rund 13.000, zum Rückkampf gegen Castillejo 2007 in Oberhausen etwa 5.000 Zuschauer.

Am 01.09.2012 verlor er den Titel nach über fünf Jahren durch geteilte Entscheidung an Daniel Geale. Der Kampf fand in Oberhausen statt, zwei Punktrichter sahen Geale mit 116:112 vorn, einer Sturm mit 116:112. Am 07.12.2013 gewann er in Stuttgart durch technischen K.o. in Runde 2 gegen Darren Barker (Hüftverletzung) den IBF-Titel und wurde damit Deutschlands erster vierfacher Weltmeister. Der IBF-Titel lief bis Mai 2014. Im Februar 2016 kam der WBA-Titel (Super) im Supermittelgewicht hinzu, den er im Oktober 2016 niederlegte.

Die Titelregentschaften im Überblick

ZeitraumTitelGewichtsklasse
09.2003 bis 06.2004WBOMittelgewicht
03.2006 bis 07.2006WBA (regulär)Mittelgewicht
04.2007 bis 09.2012WBA, ab 03.2010 „Super“Mittelgewicht
12.2013 bis 05.2014IBFMittelgewicht
02.2016 bis 10.2016WBA (Super)Supermittelgewicht

Meist heißt es, Sturm sei Deutschlands erster vierfacher Weltmeister. Mit dem Titel von 2016 kommen manche, so auch Sport1, auf fünf. Das Faktenfeld „4ד folgt der üblichen Zählung.

Die großen Kämpfe

DatumGegnerErgebnisWas der Kampf brachte
05.06.2004Oscar De La HoyaNiederlage nach Punkten (einstimmig), Las VegasUmstrittener Verlust des WBO-Titels
11.03.2006Maselino MasoeSieg nach Punkten (einstimmig), HamburgGewinn des WBA-Titels
28.04.2007Javier CastillejoSieg nach Punkten (einstimmig), OberhausenWBA-Titel zurückgeholt
01.09.2012Daniel GealeNiederlage, geteilte EntscheidungEnde der WBA-Super-Regentschaft
07.12.2013Darren BarkerSieg durch technischen K.o. in Runde 2, StuttgartGewinn des IBF-Titels
11.07.2026Granit SteinNiederlage, geteilte Entscheidung, StuttgartAbschiedskampf

Die Soliman-Wertung und die Dopingfälle

Der erste Kampf gegen Sam Soliman am 01.02.2013, ein Ausscheidungskampf der IBF, endete zunächst mit einem Punktsieg Solimans. Weil in Solimans Dopingprobe ein verbotenes Stimulans gefunden wurde, änderte der deutsche Verband das Ergebnis später in „No Contest“. Das ist der Grund, warum Sturms Bilanz einen Kampf ohne Wertung enthält. Der Verdacht betraf Soliman, nicht Sturm; Soliman wies die Vorwürfe zurück. Im Rückkampf am 31.05.2014 verlor Sturm seinen IBF-Titel an Soliman.

Ein eigener, späterer Fall betrifft Sturm selbst: Nach seinem Sieg gegen Fedor Tschudinow am 20.02.2016 in Oberhausen teilte die WBA mit, in seiner A-Probe sei Stanozolol nachgewiesen worden. Sturm bestritt, bewusst gedopt zu haben, und legte im Oktober 2016 seinen WBA-Titel nieder. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelte. Zum weiteren Verfahren der Verbände liegen uneinheitliche Angaben vor. Sport1 schreibt in seinem Rückblick von 2026, Sturm habe vorsätzliches Doping bestritten und der Fall habe zu einem langen Rechtsstreit geführt.

Das Urteil von 2020

Das Landgericht Köln verurteilte Sturm am 30.04.2020 zu drei Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung (rund 1.000.000 € für die Jahre 2008 bis 2010 und 2013), wegen Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz im Zusammenhang mit dem Tschudinow-Kampf und wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Bereits 2012 war er vom Amtsgericht Köln wegen Steuerhinterziehung in 16 Fällen zu 22 Monaten auf Bewährung verurteilt worden, was erst 2019 bekannt wurde. Im Dezember 2019 kam er nach über acht Monaten Untersuchungshaft gegen eine Kaution von 300.000 € frei. In der Revision wurde die Strafe am 01.12.2021 auf zwei Jahre und vier Monate reduziert, weil der Schaden niedriger angesetzt wurde.

Felix Sturm heute: Comeback, Abschied und nächster Kampf

Von Februar 2016 bis Dezember 2020 boxte Sturm nicht. Verurteilt wurde er 2020 wegen Steuerhinterziehung, Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz und Körperverletzung (siehe oben). Er kehrte im Dezember 2020 in den Ring zurück und bestritt bis 2026 weitere Kämpfe. Am 11.07.2026 verlor er in Stuttgart nach zehn Runden gegen Granit Stein durch geteilte Entscheidung. Es war als Abschiedskampf angekündigt. Der Abend in der Stuttgarter Porsche Arena lief unter dem Titel „One Last Dance“. Nach Sport1 war Stein (33 Jahre, 20 Siege aus 23 Kämpfen) der aggressivere Boxer. Sturm (47) wirkte präziser und technisch stärker, doch die Punktrichter sahen genug Treffer bei Stein. Es war erst Sturms siebte Niederlage in 56 Kämpfen. „Ich hatte eine tolle Karriere, jetzt will ich nur noch Champion für meine Familie sein“, sagte Sturm laut Sport1. Eine Zuschauerzahl nennt die Quelle nicht. Einen nächsten Kampf gibt es nicht: Sturm hat damit seine Laufbahn beendet.

Privates: Ehefrau und Kinder

Sturm ist mit seiner Frau Jasmin verheiratet, das Paar hat zwei Kinder. Vor dem Abschiedskampf sagte er, seine Frau und sein Vater hätten diesem letzten Kampf zugestimmt. Für sein Vermögen gibt es keine verlässlichen Zahlen, Schätzungen im Netz weichen stark ab.

Der Signature-Stil

Tuschezeichnung mit gesichtslosen Figuren: rechte Hand, Barker geht zu Boden, Sturm holt IBF-Titel (mit AI erstelltes Bild) AI Mit AI erstelltes Bild
Die rechte Hand: Barker geht zu Boden, Sturm holt 2013 den IBF-Titel · Rote Hose: Sturm · Bewegungsablauf: Beide auf Distanz in Deckung, Sturm tritt an, Barker geduckt, Sturm lädt die rechte Hand, Rechte Hand trifft Barker am Kopf, Barkers Kopf schnappt zur Seite, Barker knickt ein, Barker kippt zu Boden, Barker liegt am Boden, Sturm steht über ihm · Mit AI erstellte Tuschezeichnung mit gesichtslosen Figuren, keine Fotografie

Sturm boxte in Linksauslage, bei 1,81 Meter Körpergröße. Eine Kampfbilanz mit 45 Siegen, davon 20 durch K.o., spricht für einen Boxer, der überwiegend nach Punkten gewann. Als wichtigsten Schlag nennen Berichte seinen Jab. Der Wechsel in die Rechtsauslage gegen De La Hoya ab Runde 11 belegt, dass er im Kampf flexibel sein konnte.

Sport1 beschreibt ihn im letzten Kampf als präziser und technisch stärker als den Gegner, mit schnellen Reflexen und einzelnen schmerzhaften Treffern. Dass Sturm auch in seiner großen Zeit auf Technik setzte, zeigen seine Siege gegen Masoe und Castillejo, die beide einstimmig nach Punkten gingen.

Bedeutung für das deutsche Boxen

Sturm steht in der Liste der deutschen Boxweltmeister mit mehreren Titelregentschaften im Mittelgewicht und im Supermittelgewicht, mehr dazu im Weltmeister-Tracker. In den 2000er Jahren trugen er (WBA, Mittelgewicht) und Markus Beyer (WBC, Supermittelgewicht) zeitgleich Weltmeistertitel in benachbarten Klassen, beide im deutschen Fernsehen präsent. Wie sich die Klassen unterscheiden, erklärt die Seite Gewichtsklassen, die Verbände finden Sie unter Weltverbände.

Weitere Namen: Marco Huck, Yoan Pablo Hernández, Henry Maske und die Legenden-Übersicht. Zahlen zu deutschen Weltmeistern liefert die Statistik.

Häufige Fragen

Wie viele Kämpfe hat Felix Sturm verloren?

Seine Bilanz lautet 45 Siege, 7 Niederlagen und 3 Remis bei einem Kampf, der als „No Contest“ gewertet wird (56 Kämpfe, Stand 13.10.2026). Ältere Übersichten führen noch 6 Niederlagen, die aktuelle Zahl lautet 7.

Wie alt ist Felix Sturm?

Felix Sturm wurde am 31.01.1979 geboren und ist damit 47 Jahre alt. Sein bürgerlicher Name ist Adnan Ćatić.

Gegen wen kämpfte Sturm zuletzt?

Am 11.07.2026 verlor er in Stuttgart nach zehn Runden durch geteilte Entscheidung gegen Granit Stein. Der Kampf war als Abschiedskampf angekündigt.

Was war der Kampf gegen Sam Soliman?

Der erste Kampf am 01.02.2013, ein Ausscheidungskampf der IBF, endete mit einem Punktsieg für den Australier Sam Soliman. Weil in Solimans Probe ein verbotenes Stimulans gefunden wurde, änderte der deutsche Verband das Ergebnis später in „No Contest“. Deshalb enthält Sturms Bilanz einen Kampf ohne Wertung. Soliman bestritt die Vorwürfe. Im Rückkampf am 31.05.2014 verlor Sturm seinen IBF-Titel an Soliman.

Wann war Sturm gegen De La Hoya?

Am 05.06.2004 in Las Vegas. Sturm verlor einstimmig nach Punkten und damit seinen WBO-Titel. Das Urteil war umstritten, Sturm focht es an.

Wann ist der nächste Kampf von Felix Sturm?

Es gibt keinen. Sturm hat seine Karriere mit dem als Abschiedskampf angekündigten Kampf gegen Granit Stein am 11.07.2026 in Stuttgart beendet, es war sein 56. Profikampf.

Ist Felix Sturm verheiratet und hat er Kinder?

Ja. Sturm ist mit seiner Frau Jasmin verheiratet, das Paar hat zwei Kinder. Vor seinem letzten Kampf sagte er, seine Frau und sein Vater hätten diesem Kampf zugestimmt.

Wie hoch ist das Vermögen von Felix Sturm?

Dazu gibt es keine verlässlichen Angaben. Im Netz kursierende Schätzungen weichen stark voneinander ab und nennen keine Quelle.

Wie lange war Felix Sturm WBA-Weltmeister?

Von April 2007 bis zum 01.09.2012 hielt er den WBA-Titel im Mittelgewicht, ab März 2010 als „Super“-Champion. Den Titel verlor er an Daniel Geale nach geteilter Entscheidung.

Veröffentlicht am 30.09.2026 · zuletzt geprüft am 13.10.2026 · So arbeiten wir