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Illustration: Ausrüstung als Stillleben, Sinnbild für Lennox Lewis, mit AI erstellt (mit AI erstelltes Bild)
AIMit AI erstelltes Bild
Legende · Schwergewicht

Lennox Lewis: Bilanz, Titel und Karriere

Lennox Lewis gewann 1988 Olympia-Gold, wurde 1999 unumstrittener Weltmeister im Schwergewicht und trat 2004 als Champion zurück. Bilanz, Titel und die wichtigsten Kämpfe im Überblick.

Stand 14.10.2026Redaktion boxwetten.deKeine Wettwerbung
41–2–1Profibilanz, 32 Siege durch K.o.
1988Olympia-Gold im Superschwergewicht in Seoul
1999Unumstrittener Weltmeister nach dem Sieg gegen Holyfield
2004Rücktritt als Weltmeister
Lennox LewisUnumstrittener Schwergewichts-Weltmeister, Olympiasieger 1988
78 %K.o.-Quote
Siege
41
davon K.o.
32
Niederlagen
2
Unentschieden
1
WBCIBFWBA

3 WM-Gürtel · 8,2 Jahre Weltmeister · 14 Titelverteidigungen

Schwergewicht · Profikämpfe: 44 · Karriere: 1989–2003

Bilanzen nach öffentlichen Boxdatenbanken, Stand 13.10.2026. Wo Quellen abweichen, zeigen wir „–“ und erklären es im Text.

Lennox Lewis auf einen Blick

Lennox Lewis ist der Schwergewichts-Weltmeister, der 2004 als Champion zurücktrat. Er wurde am 02.09.1965 in West Ham in London geboren und zog 1977 mit seiner Mutter nach Kitchener in Ontario. Für Kanada gewann er 1988 in Seoul Olympia-Gold im Superschwergewicht, als Profi boxte er für Großbritannien. Seine Bilanz lautet 41 Siege, 2 Niederlagen und 1 Unentschieden, 32 der Siege kamen durch K.o.

Er war der erste britische Schwergewichts-Weltmeister des 20. Jahrhunderts, schlug Mike Tyson und Evander Holyfield und war bis zum Sieg von Oleksandr Usyk über Tyson Fury im Mai 2024 der letzte unumstrittene Weltmeister im Schwergewicht.

Steckbrief
Geboren02.09.1965 in West Ham, London
Größe, Reichweite1,96 m, 84 Zoll (rund 2,13 m)
OlympiaGold im Superschwergewicht 1988 in Seoul (für Kanada)
Profidebüt27.06.1989, Royal Albert Hall, London
Profibilanz44 Kämpfe: 41 Siege (32 K.o.), 2 Niederlagen, 1 Unentschieden
Letzter Kampf21.06.2003 gegen Vitali Klitschko
Rücktritt06.02.2004, als Weltmeister
Hall of FameInternational Boxing Hall of Fame, Klasse 2009

Gut zu wissen: Die Quellen nennen für die Niederlage gegen Hasim Rahman unterschiedliche Daten: Je nachdem, ob man die Ortszeit oder die Zeit in den USA rechnet, war es der 21. oder 22.04.2001. Wir nennen daher nur den Monat.

Olympia 1988 und der Weg ins Profilager

Lewis wurde 1983 Junioren-Weltmeister und gewann 1986 die Commonwealth Games. Bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles boxte er für Kanada im Superschwergewicht und schied im Viertelfinale gegen den Amerikaner Tyrell Biggs aus. Vier Jahre später gewann er in Seoul Gold. Im Finale am 02.10.1988 besiegte er seinen späteren Profirivalen Riddick Bowe, der Ringrichter brach den Kampf in der zweiten Runde ab. Olympedia führt Lewis als Olympiasieger und Bowe als Zweiten.

Sein Profidebüt gab er am 27.06.1989 in der Royal Albert Hall in London mit einem K.o.-Sieg in Runde zwei gegen Al Malcolm. Danach sammelte er in Großbritannien Regionaltitel: Am 31.10.1990 holte er den Europameistertitel gegen Jean-Maurice Chanet (Abbruch in Runde sechs), am 06.03.1991 den britischen Titel gegen Gary Mason (Abbruch in Runde sieben) und am 30.04.1992 den Commonwealth-Titel gegen Derek Williams (Abbruch in Runde drei).

Der Weg zum Weltmeister

Am 31.10.1992 schlug Lewis im Londoner Earls Court Donovan Ruddock durch K.o. in Runde zwei, das machte ihn zum Pflichtherausforderer des WBC. Weltmeister Riddick Bowe gab den WBC-Gürtel daraufhin ab, statt gegen Lewis anzutreten, und am 14.12.1992 erklärte der WBC Lewis zum Weltmeister. Er war damit der erste Schwergewichts-Weltmeister aus Großbritannien im 20. Jahrhundert.

Im Ring gewonnen hatte er den Titel nicht, er musste ihn erst beweisen. Am 08.05.1993 besiegte er Tony Tucker einstimmig nach Punkten, am 01.10.1993 den Briten Frank Bruno in Cardiff durch Abbruch in Runde sieben und am 06.05.1994 Phil Jackson durch Abbruch in Runde acht. Seinen ersten Rückschlag erlebte er am 24.09.1994 in der Wembley Arena: Oliver McCall stoppte ihn in Runde zwei, Lewis’ Lager bestritt die Entscheidung.

Nach der Niederlage trennte er sich von seinem bisherigen Trainer Pepe Correa und arbeitete ab da mit Emanuel Steward, der Stand und Führhand überarbeitete. Gemeinsam gewannen sie am 07.02.1997 den vakanten WBC-Titel zurück.

Die großen Kämpfe

DatumGegnerErgebnisWas der Kampf brachte
02.10.1988Riddick BoweOlympiasieg, Abbruch Runde 2Gold in Seoul
31.10.1992Donovan RuddockSieg durch K.o. in Runde 2Weg zum WBC-Titel
24.09.1994Oliver McCallNiederlage durch Abbruch in Runde 2Erste Niederlage, Wembley Arena
07.02.1997Oliver McCallSieg, McCall weigerte sich weiterzukämpfenRevanche in Las Vegas
13.03.1999Evander HolyfieldUnentschieden, Madison Square GardenErster Kampf der beiden
13.11.1999Evander HolyfieldSieg nach Punkten (einstimmig)Unumstrittener Weltmeister
April 2001Hasim RahmanNiederlage durch K.o. in Runde 5Zweite Niederlage
17.11.2001Hasim RahmanSieg durch K.o. in Runde 4Revanche
08.06.2002Mike TysonSieg durch K.o. in Runde 8, MemphisGegner war der frühere Weltmeister Tyson
21.06.2003Vitali KlitschkoSieg durch Abbruch in Runde 6, Los AngelesLetzter Kampf

Die Kämpfe gegen Holyfield

Am 13.03.1999 trafen Lewis und Evander Holyfield im Madison Square Garden in New York aufeinander. Der Kampf endete mit einem Unentschieden, das viele Beobachter für falsch hielten. Der Rückkampf am 13.11.1999 in Las Vegas ging klar an Lewis: Alle drei Richter sahen ihn vorn (115:113, 116:112, 117:111). Damit hielt Lewis die Titel aller großen Verbände. Zum Hintergrund der Titel siehe die Seite zu den Weltverbänden. Die Geschichte von Holyfields Kämpfen gegen Mike Tyson beschreibt unser Klassiker Tyson gegen Holyfield.

Tyson in Memphis

Am 08.06.2002 stand Lewis in Memphis Mike Tyson gegenüber und gewann durch K.o. in Runde acht. Zur Vorgeschichte gehört, dass Tyson 2002 nach einer Schlägerei bei einer Pressekonferenz mit Lewis erneut seine Boxlizenz in Nevada verlor.

Der letzte Kampf gegen Klitschko

Am 21.06.2003 gewann Lewis im Staples Center von Los Angeles gegen Vitali Klitschko. Der Ringrichter brach den Kampf nach Runde 6 auf Anraten des Ringarztes ab, weil Klitschko über dem Auge schwer blutete. Klitschko führte zu diesem Zeitpunkt auf allen drei Karten mit 58:56. Es war Lewis’ letzter Kampf. Mehr zum Gegner lesen Sie im Profil der Klitschko-Brüder.

Die Jahre an der Spitze

Nach dem Sieg über McCall verteidigte Lewis den WBC-Titel unter anderem gegen Shannon Briggs, den er 1998 in Runde fünf ausschaltete. Die beiden Kämpfe gegen Holyfield 1999 machten ihn zum Champion aller großen Verbände. Danach verteidigte er seine Titel gegen Michael Grant (29.04.2000, K.o. in Runde zwei im Madison Square Garden), Francois Botha (15.07.2000 in London, Abbruch in Runde zwei) und David Tua (11.11.2000 in Las Vegas, einstimmig nach Punkten). Die WBA erkannte ihm den Titel ab, weil er gegen Grant statt gegen ihren Pflichtherausforderer John Ruiz boxte.

Beide Niederlagen von Lewis, gegen McCall und Rahman, gehören zu den größten Upsets im Schwergewicht. Die zweite Niederlage kam im April 2001. In Südafrika, im Carnival City von Brakpan, verlor er gegen den Außenseiter Hasim Rahman durch K.o. in Runde fünf. Die Revanche im Mandalay Bay von Las Vegas gewann er am 17.11.2001 durch K.o. in Runde vier und holte sich die Titel zurück. Am 08.06.2002 folgte der Kampf gegen Mike Tyson in Memphis, der ursprünglich für Las Vegas vorgesehen war, dort aber an der fehlenden Lizenz für Tyson scheiterte.

Der Signature-Stil

Tuschezeichnung mit gesichtslosen Figuren: rechte Gerade ans Kinn, K.o. gegen Hasim Rahman, 2001 (mit AI erstelltes Bild) AI Mit AI erstelltes Bild
Die rechte Gerade ans Kinn: K.o. gegen Hasim Rahman in Runde 4, 2001 · Rote Hose: Lewis · Bewegungsablauf: Beide Boxer auf Distanz in Deckung, Lewis lädt die rechte Hand am Kinn, Lewis’ rechte Gerade trifft Rahman am Kiefer, Rahmans Kopf schnappt zur Seite, Rahmans Beine geben nach, Rahman fällt nach hinten, Rahman liegt flach auf der Matte, Lewis geht in die neutrale Ecke · Mit AI erstellte Tuschezeichnung mit gesichtslosen Figuren, keine Fotografie

Lewis war 1,96 Meter groß und hatte eine Reichweite von 84 Zoll. Er boxte aufrecht aus der Distanz und nutzte seine Führhand als wichtigste Waffe, besonders unter seinem Trainer Emanuel Steward. Auf den langen Jab folgte die gerade Rechte, mit der er Rahman im Rückkampf 2001 in Runde vier ausschlug.

Seine beiden Niederlagen kamen früh in den Kämpfen: McCall stoppte ihn in Runde zwei, Rahman schlug ihn in Runde fünf aus. Beide Rückkämpfe gewann er und besiegte so jeden Gegner, der ihn geschlagen hatte. Die Niederlagen zeigen auch die Schwäche des Stils: Wer ihn früh traf, bevor er seine Distanz gefunden hatte, konnte ihn in Schwierigkeiten bringen.

Seine Kämpfe waren geordnet und selten ein wilder Schlagabtausch: Er kontrollierte die Entfernung, zwang den Gegner zu Fehlern und beendete den Kampf dann mit der rechten Hand. Das trug ihm 1999 die Wahl zum BBC-Sportler des Jahres in Großbritannien ein, außerdem war er 1999 Boxer des Jahres der amerikanischen Boxjournalisten.

Die Bilanz gegen die großen Namen

GegnerErgebnis
Riddick BoweSieg im Olympiafinale 1988 (Abbruch in Runde 2, 0:43)
Oliver McCallNiederlage 1994, Sieg 1997
Evander HolyfieldUnentschieden 1999, Sieg 1999
Hasim RahmanNiederlage April 2001, Sieg 17.11.2001
Mike TysonSieg 2002
Vitali KlitschkoSieg 2003

Im Rückkampf gegen McCall am 07.02.1997 in Las Vegas weigerte sich McCall, weiterzukämpfen, und begann zu weinen. Der Ringrichter brach den Kampf in Runde fünf ab, Lewis war wieder WBC-Weltmeister.

Rücktritt als Weltmeister

Am Freitag, den 06.02.2004, kündigte Lewis in London seinen Rücktritt an. Er war damals 38 Jahre alt und beendete eine 14-jährige Profikarriere. Er hielt noch den WBC-Titel und nahm keinen Rückkampf gegen Klitschko an, obwohl damit viel Geld verbunden gewesen wäre. Nach den Berichten sagte er, er wolle nicht sein Leben lang als Boxer bekannt sein und es sei Zeit für eine neue Ära. Die Entscheidung sei endgültig.

Er war damit der dritte Schwergewichtler nach Gene Tunney und Rocky Marciano, der als Weltmeister zurücktrat.

Einordnung und Ehrungen

Lewis wurde 2009 im ersten Jahr seiner Wählbarkeit in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen. Er trägt den Orden von Kanada und das CBE (Commander of the Order of the British Empire). In Kanada nahm ihn die Sports Hall of Fame 2008 auf. Von 2006 bis 2010 arbeitete er als Analyst für HBO. Außerhalb des Sports engagiert er sich für das Schach und finanzierte ein Nachmittagsprogramm für benachteiligte Jugendliche. Er war der letzte unumstrittene Weltmeister im Schwergewicht, bis Oleksandr Usyk 2024 Tyson Fury besiegte. Das aktuelle Profil von Usyk finden Sie unter Oleksandr Usyk. Weitere Namen aus der Geschichte des Schwergewichts gibt es in der Hall of Fame der Legenden.

Lennox Lewis heute: Alter, Vermögen und Gesundheit

Lewis ist 61 Jahre alt und im Ruhestand. Als Experte kommentiert er die Schwergewichtsszene, im Oktober 2026 äußerte er sich in Interviews zum Kampf zwischen Tyson Fury und Anthony Joshua.

Zum Vermögen gibt es keine verlässlichen Zahlen. Im Netz kursieren Schätzungen, die weit auseinanderliegen. Auch Gerüchte über eine Erkrankung finden sich in Suchergebnissen. Eine bestätigte Diagnose ist nicht bekannt.

Häufige Fragen

Wie viele Kämpfe hat Lennox Lewis verloren?

Zwei. Am 24.09.1994 verlor er in der Wembley Arena gegen Oliver McCall durch Abbruch in Runde 2, im April 2001 gegen Hasim Rahman durch K.o. in Runde 5. Beide Gegner besiegte er in Rückkämpfen: McCall am 07.02.1997, Rahman am 17.11.2001. Dazu kommt ein Unentschieden gegen Evander Holyfield am 13.03.1999.

Wann wurde Lennox Lewis unumstrittener Weltmeister?

Am 13.11.1999 in Las Vegas, als er Evander Holyfield im Rückkampf einstimmig nach Punkten besiegte (115:113, 116:112, 117:111). Er hielt damit die Titel der großen Verbände im Schwergewicht. Nach Lewis war [Oleksandr Usyk](/boxer/oleksandr-usyk/) 2024 der Nächste, der alle vier Titel hielt.

Wann und warum hörte Lennox Lewis auf?

Er kündigte seinen Rücktritt am 06.02.2004 in London an. Sein letzter Kampf war am 21.06.2003 der Sieg gegen Vitali Klitschko, den der Ringrichter nach Runde 6 auf Anraten des Ringarztes abbrach. Ein Rückkampf wäre mit viel Geld verbunden gewesen, Lewis lehnte ihn ab. Er sagte, er wolle nicht sein Leben lang als Boxer bekannt sein.

Ist Lennox Lewis Brite oder Kanadier?

Er wurde am 02.09.1965 in West Ham in London geboren und zog 1977 mit zwölf Jahren mit seiner Mutter nach Kitchener in Ontario (Kanada). Bei Olympia 1984 und 1988 boxte er für Kanada, als Profi trat er für Großbritannien an.

Wie oft kämpfte Lewis gegen Mike Tyson?

Einmal. Am 08.06.2002 in Memphis besiegte Lewis den früheren Weltmeister durch K.o. in Runde 8. Mehr zu Tyson lesen Sie im Legendenprofil.

Wie alt ist Lennox Lewis?

Lennox Lewis wurde am 02.09.1965 in West Ham in London geboren und ist damit 61 Jahre alt.

Was macht Lennox Lewis heute?

Lewis ist seit 2004 im Ruhestand und äußert sich als Experte zu Schwergewichtskämpfen. Im Oktober 2026 sprach er in Interviews über den Kampf zwischen Tyson Fury und Anthony Joshua. Von 2006 bis 2010 arbeitete er als Analyst für HBO.

Wie groß war Lennox Lewis?

Lewis war 1,96 Meter (6 Fuß 5 Zoll) groß und hatte eine Reichweite von 84 Zoll, rund 2,13 Meter. Seine Führhand wurde unter Trainer Emanuel Steward zur wichtigsten Waffe.

Gegen wen kämpfte Lewis bei seinem letzten Kampf?

Gegen Vitali Klitschko am 21.06.2003 in Los Angeles. Der Ringrichter brach den Kampf nach Runde 6 auf Anraten des Ringarztes ab, weil Klitschko über dem Auge schwer blutete. Mehr zu den Brüdern Klitschko finden Sie im Legendenprofil.

Veröffentlicht am 21.09.2026 · zuletzt geprüft am 14.10.2026 · So arbeiten wir