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Illustration: Ausrüstung als Stillleben, Sinnbild für Rocky Marciano, mit AI erstellt (mit AI erstelltes Bild)
AIMit AI erstelltes Bild
Legende · Schwergewicht

Rocky Marciano: Bilanz 49–0 und der ungeschlagene Champion

Rocky Marciano gewann alle 49 Profikämpfe, 43 davon durch K.o., und trat 1956 als ungeschlagener Schwergewichts-Weltmeister zurück. Bilanz, Titelkämpfe, Stil und Rücktritt im Überblick.

Stand 14.10.2026Redaktion boxwetten.deKeine Wettwerbung
49–0Profibilanz, 43 Siege durch K.o.
6Titelverteidigungen als Schwergewichts-Weltmeister
1952Weltmeister durch K.o. in Runde 13 gegen Jersey Joe Walcott
1956Rücktritt am 27.04.1956 als ungeschlagener Champion
Rocky MarcianoUngeschlagener Schwergewichts-Weltmeister, 49–0
88 %K.o.-Quote
Siege
49
davon K.o.
43
Niederlagen
0
Unentschieden
0
NYSACNBARING

3 WM-Gürtel · 3,6 Jahre Weltmeister · 6 Titelverteidigungen

Schwergewicht · Profikämpfe: 49 · Karriere: 1947–1955

Bilanzen nach öffentlichen Boxdatenbanken, Stand 13.10.2026. Wo Quellen abweichen, zeigen wir „–“ und erklären es im Text.

Rocky Marciano auf einen Blick

Rocky Marciano ist der Schwergewichts-Weltmeister, der nie verloren hat. Er wurde am 01.09.1923 in Brockton im US-Bundesstaat Massachusetts als Rocco Francis Marchegiano geboren, gewann alle 49 Profikämpfe und beendete seine Karriere am 27.04.1956 als Weltmeister. 43 seiner 49 Siege kamen durch K.o., sechs nach Punkten. Er starb am 31.08.1969 bei einem Flugzeugabsturz.

Marcianos Bilanz gilt als eine der bekanntesten Marken im Boxen. Seine Karriere dauerte von 1947 bis 1955, der Titel gehörte ihm von 1952 bis zum Rücktritt.

Steckbrief
Geboren01.09.1923 in Brockton, Massachusetts
Gestorben31.08.1969 bei einem Flugzeugabsturz in Iowa
Profibilanz49 Kämpfe, 49 Siege (43 K.o.)
Weltmeister23.09.1952 bis zum Rücktritt am 27.04.1956
Größeetwa 1,78 bis 1,80 m (Quellen unterschiedlich)
Trainer, ManagerCharley Goldman, Al Weill
Hall of FameInternational Boxing Hall of Fame, Gründungsklasse 1990

Gut zu wissen: Größe, Reichweite und der Ort seines Todes werden in den Quellen unterschiedlich angegeben. Wir nennen deshalb Spannen oder beide Angaben. Die Bilanz von 49–0 ist in allen Quellen gleich.

Vom Armee-Boxer zum Profi

Marciano stammte aus einer Arbeiterfamilie italienischer Einwanderer, sein Vater arbeitete in einer Schuhfabrik. Er spielte Baseball und Football, verließ die Schule mit 16 und probierte 1947 bei den Chicago Cubs vor, ohne einen Vertrag zu bekommen. Im März 1943 wurde er zur US-Armee eingezogen und kam dort zum Boxen, nach einer Darstellung, um dem Küchendienst zu entgehen. Er diente bei den 150th Combat Engineers und war unter anderem in Wales stationiert. Als Amateur gewann er die Golden Gloves von Lowell und New England, beim Turnier der All-East-Gloves im März 1948 verlor er umstritten gegen Coley Wallace. Eine Daumenverletzung verhinderte nach einer Darstellung seine Olympia-Teilnahme 1948.

Sein Profidebüt gab er am 17.03.1947 in Holyoke (Massachusetts) mit einem K.o.-Sieg in Runde drei gegen Lee Epperson, zunächst unter dem Namen „Rocky Mack“, um seinen Amateurstatus zu schützen. Seine ersten 16 Profikämpfe gewann er alle durch K.o. Seine Betreuer waren der Trainer Charley Goldman und der Manager Al Weill.

Der Weg zum Titel

Am 24.03.1950 gewann er im Madison Square Garden nach Punkten (geteilte Entscheidung) gegen Roland La Starza, ein Urteil, das viele Zuschauer anders sahen. Am 30.12.1949 hatte er Carmine Vingo in Runde sechs ausgeschaltet, Vingo erlitt dabei eine Hirnblutung. Marciano übernahm die Arztkosten, die beiden blieben Freunde. 1951 wuchs er zum Titelanwärter heran: Am 12.07.1951 schlug er Rex Layne in Runde sechs, es war sein erster Kampf im Fernsehen.

Den bekanntesten Kampf vor dem Titelkampf bestritt Marciano am 26.10.1951 im Madison Square Garden: Er besiegte sein Kindheitsidol Joe Louis durch K.o. in Runde acht. Marciano soll nach dem Kampf in Louis’ Kabine geweint haben. Louis beendete seine Karriere danach, er hatte von 69 Kämpfen nur drei verloren. Eine dieser Niederlagen kam 1936 gegen den Deutschen Max Schmeling, den Louis 1938 im Rückkampf in der ersten Runde besiegte. Am 13.02.1952 gewann er gegen Lee Savold, am 28.07.1952 gegen Harry Matthews in Runde zwei.

Am 23.09.1952 gewann Marciano in Philadelphia den Weltmeistertitel gegen den Titelträger Jersey Joe Walcott. Marciano ging in Runde eins zum ersten Mal in seiner Profikarriere zu Boden, Walcott öffnete ihm Cuts über beiden Augen. Nach Berichten lag Marciano nach zwölf Runden klar zurück. In Runde 13 traf er Walcott mit einer kurzen rechten Hand am Kinn, Walcott ging auf ein Knie und wurde ausgezählt. Marciano war der erste Schwergewichts-Weltmeister aus Massachusetts seit John L. Sullivan.

Die großen Kämpfe

DatumGegnerErgebnisWas der Kampf brachte
26.10.1951Joe LouisSieg durch K.o. in Runde 8, New YorkEnde von Louis’ Karriere
23.09.1952Jersey Joe WalcottSieg durch K.o. in Runde 13, PhiladelphiaGewinn des Weltmeistertitels
15.05.1953Jersey Joe WalcottSieg durch K.o. in Runde 1 (2:25), ChicagoErste Titelverteidigung
24.09.1953Roland La StarzaSieg in 11 RundenTitelverteidigung
17.06.1954Ezzard CharlesSieg nach Punkten (einstimmig, 15 Runden)Titelverteidigung, Yankee Stadium
17.09.1954Ezzard CharlesSieg durch K.o. in Runde 8Titelverteidigung
16.05.1955Don CockellSieg durch K.o. in Runde 9Titelverteidigung
21.09.1955Archie MooreSieg durch K.o. in Runde 9, Yankee Stadium49. Sieg, letzter Kampf

Der letzte Kampf gegen Archie Moore

Am 21.09.1955 verteidigte Marciano im Yankee Stadium in New York gegen Archie Moore, den Weltmeister im Halbschwergewicht, seinen sechsten Titel. Der Kampf war wegen eines Hurrikans um einen Tag verschoben worden. Moore schickte Marciano in Runde zwei mit einem Konter zu Boden, Marciano stand beim Zählen von zwei wieder auf. Marciano schickte Moore danach in den Runden sechs und acht zu Boden und beendete den Kampf in Runde neun. Es war Marcianos 43. K.o.-Sieg und sein 49. Sieg in 49 Kämpfen. Die Zuschauerzahl nennt Boxing News mit 61.574, die Börse für Marciano mit 482.374 US-Dollar und für Moore mit 241.187 US-Dollar.

Die Charles-Kämpfe

Gegen den früheren Weltmeister Ezzard Charles boxte Marciano zweimal innerhalb von drei Monaten. Am 17.06.1954 gewann er nach 15 Runden einstimmig nach Punkten, es war der einzige seiner sieben Titelkämpfe, der über die volle Distanz ging. Am 17.09.1954 gewann er durch K.o. in Runde acht. In Runde sechs riss ihm ein Haken das linke Nasenloch auf, bevor er Charles in Runde acht zweimal zu Boden schickte. Beide Kämpfe fanden im Yankee Stadium in New York statt.

Der Rücktritt am 27.04.1956

Marciano kündigte am 27.04.1956 seinen Rücktritt an, als ungeschlagener Weltmeister. Als Gründe nennen die Quellen die Familie, die Belastung durch das Training und Spannungen mit seinem Manager Al Weill. Er sagte, abgesehen von Armut werde der Ring ihn nicht mehr sehen. Er kehrte nicht zurück.

Der Signature-Stil

Tuschezeichnung mit gesichtslosen Figuren: Susie Q, rechte Hand, K.o. gegen Walcott in Runde 13, 1952 (mit AI erstelltes Bild) AI Mit AI erstelltes Bild
Die Susie Q: rechte Hand, K.o. gegen Walcott in Runde 13, 1952 · Rote Hose: Marciano · Bewegungsablauf: Beide auf Distanz in Deckung, Marciano schickt die rechte Hand gegen Walcotts Deckung, Marcianos kurze rechte Hand trifft Walcott am Kinn, Walcotts Kopf schnappt zur Seite, Walcott sackt zusammen, Walcott rutscht zu Boden, Walcott liegt am Boden, Marciano steht über ihm · Mit AI erstellte Tuschezeichnung mit gesichtslosen Figuren, keine Fotografie

Marciano war ein kleiner Schwergewichtler und ein Druckkämpfer, der unter Goldman eine tiefe, geduckte Haltung lernte. Die Quellen nennen ihn etwa 1,78 bis 1,80 Meter groß und um die 185 Pfund schwer, mit den kürzesten Armen aller modernen Schwergewichts-Weltmeister. Seine Stärke lag im Druck und im Schlag: 43 K.o.-Siege aus 49 Kämpfen entsprechen einer K.o.-Quote von rund 88 Prozent. Als sein Markenzeichen gilt die rechte Hand, die „Susie Q“, ein weit ausholender Schlag im Bogen, den er aus geduckter Haltung ansetzte.

Einstecken konnte er auch: Gegen Moore ging er in Runde zwei zu Boden und gewann trotzdem in Runde neun.

Training, Familie und Leben abseits des Rings

Marciano lebte im Training streng: Er lief täglich mehrere Meilen, oft bergauf, trainierte mit Medizinball und Sandsack und ging früh schlafen. Sein Bruder beschrieb ihn als jemanden, der „wie ein Mönch“ lebte. Er war strenger Katholik. Marciano heiratete Barbara Cousins am 31.12.1950. Das Paar hatte eine Tochter, Mary Anne, und einen adoptierten Sohn.

Rocky Marciano heute: Marke, Film und Gegner

Der Name Marciano taucht auch außerhalb des Sports auf. Unter „Benlee Rocky Marciano“ wird Boxsport-Ausrüstung verkauft. Nach Angaben der Firma Punch GmbH wurde dafür der alte Name Benlee wiederbelebt und der Name Marciano als Hommage ergänzt. Mit seiner Laufbahn hat die Marke nur den Namen gemeinsam.

Ein Gegner aus seiner frühen Zeit ist bis heute bekannt: Harry Haft, ein Überlebender des Holocaust, boxte 1949 gegen Marciano und verlor nach Berichten durch K.o. in Runde drei. Es war Hafts letzter Kampf, sein Sohn schrieb später ein Buch über ihn. Marcianos Gewichtsklasse erklärt unsere Übersicht zu den Gewichtsklassen.

Rekord und Vergleich

Floyd Mayweather glich Marcianos Marke am 12.09.2015 aus und kam am 26.08.2017 auf 50 Siege, allerdings in niedrigeren Gewichtsklassen. Mehr zu ihm im Profil von Floyd Mayweather. Auch Dariusz Michalczewski kam nach 48 Siegen am 18.10.2003 dicht an Marcianos Marke heran und verlor dann seinen ersten Kampf, mehr dazu im Profil von Dariusz Michalczewski.

Marcianos Karriere dauerte nur rund achteinhalb Jahre, von März 1947 bis September 1955. Die Ring-Redaktion nannte 2026 als Kriterien für ihre Liste der größten US-Boxer unter anderem Dauer der Karriere, Dominanz in einer Gewichtsklasse und den Kontext von Siegen und Niederlagen. Marciano führte sie auf Platz neun. Zu Ranglisten lesen Sie unseren Vergleich der besten Boxer aller Zeiten.

Tod und Erinnerung

Nach dem Rücktritt blieb Marciano dem Ring fern. 1959 erwog er ein Comeback, nachdem Ingemar Johansson Floyd Patterson den Titel abgenommen hatte, gab den Plan aber nach rund einem Monat Training auf. Im Juli 1969 drehte er mit Muhammad Ali Sparringsszenen für einen Film, der mit Computersimulation einen fiktiven Kampf der beiden zeigte. Marciano erlebte die Ausstrahlung am 20.01.1970 nicht mehr.

Marciano ist am 31.08.1969 gestorben, einen Tag vor seinem 46. Geburtstag. Er starb als Passagier einer Cessna 172 auf dem Weg von Chicago nach Des Moines. Das Flugzeug stürzte bei schlechtem Wetter nachts nahe Newton in Iowa gegen einen Baum, alle drei Insassen starben. Die Unfalluntersuchung nannte räumliche Desorientierung des Piloten. Nach Berichten fehlten dem Piloten Erfahrung und Instrumentenberechtigung für das Wetter jener Nacht. Er wurde in Fort Lauderdale beigesetzt.

In die International Boxing Hall of Fame wurde er 1990 aufgenommen, in die erste Klasse.

Weitere Namen aus der Geschichte des Schwergewichts finden Sie in der Hall of Fame der Legenden, mehr zu Rekorden und Bilanzen in der Statistik und weitere starke Finishs bei den Top 10 der Knockouts.

Häufige Fragen

Hat Rocky Marciano je einen Kampf verloren?

Nein. Seine Profibilanz lautet 49 Siege in 49 Kämpfen, 43 davon durch K.o. Nach den Quellen ist er der einzige Schwergewichts-Weltmeister, der ungeschlagen zurücktrat. Den Rekord von 49 Siegen glich Floyd Mayweather 2015 aus und übertraf ihn am 26.08.2017 mit seinem 50. Sieg.

Wann wurde Marciano Weltmeister?

Am 23.09.1952 in Philadelphia, als er den Titelträger Jersey Joe Walcott in Runde 13 durch K.o. besiegte. Den Rückkampf am 15.05.1953 in Chicago gewann er in Runde 1.

Gegen wen verteidigte Marciano seinen Titel?

Sechsmal: gegen Jersey Joe Walcott (15.05.1953), Roland La Starza (24.09.1953), Ezzard Charles (17.06.1954 und 17.09.1954), Don Cockell (16.05.1955) und Archie Moore (21.09.1955).

Wann hörte Marciano auf und warum?

Er kündigte seinen Rücktritt am 27.04.1956 an. Als Gründe nennen Quellen die Familie, die Belastung durch das Training und Spannungen mit seinem Manager Al Weill, dessen Vertrag eine Teilung der Einnahmen im Verhältnis 50 zu 50 vorsah. Er sagte, abgesehen von Armut werde der Ring ihn nicht mehr sehen.

Woran starb Rocky Marciano?

Er starb am 31.08.1969 bei einem Absturz eines Privatflugzeugs in Iowa, einen Tag vor seinem 46. Geburtstag. Die Quellen nennen als Ort Newton oder die Nähe von Des Moines. Der Pilot hatte nach Berichten nicht die Erfahrung und Instrumentenberechtigung für das schlechte Wetter jener Nacht.

Wie groß war Rocky Marciano?

Nach den Quellen etwa 1,78 bis 1,80 Meter bei einem Kampfgewicht um 185 Pfund. Er hatte nach einer Quelle die kürzesten Arme aller Schwergewichts-Weltmeister der modernen Zeit. Für die Reichweite nennen Quellen 67 oder 68 Zoll.

Was bedeutet Benlee Rocky Marciano?

Benlee Rocky Marciano ist eine Marke für Boxsport-Ausrüstung wie Handschuhe, Sandsäcke und Kleidung. Nach Angaben der Firma Punch GmbH wurde der alte Name Benlee wiederbelebt und der Name Marciano als Hommage ergänzt. Mit Marcianos Laufbahn hat die Marke nur den Namen gemeinsam.

Wo steht Marciano in Ranglisten?

In der Liste der 25 größten Boxer der US-Geschichte, die The Ring am 04.07.2026 veröffentlichte, steht er auf Platz neun. Mehr zu den Listen lesen Sie bei den besten Boxern aller Zeiten.

Veröffentlicht am 12.10.2026 · zuletzt geprüft am 14.10.2026 · So arbeiten wir